Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

Il. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik; 219 
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besitzen. — In beiden genannten Orten hat sich die englische 
Uurmethode nicht bewährt. Es starben mehrere Aerzte, und 
auch R. erkrankte.‘ Kein miasmatischer Einfluss, sondern ein 
reines Contagium, dessen Träger Schiffsarbeiter und Flüchtlinge 
aus Astrachan waren, erzeugte daselbst die Krankheit. Auch 
die aus andern Städten und Dörfern des Saratow’schen Gouver- 
nements eingegangenen Nachrichten bestätigen, dass die Cholera 
nicht durch irgend ein Miasma in der Luft entstand, sondern 
allemal, nachdem Personen aus angesteckten Orten angekommen 
waren. ‚Die Verbreitung der Krankheit hielt immer mit der 
grösseren oder geringeren Communication gleichen Schritt. Gute 
Sperren erwiesen ihren grossen Nutzen. Wenn ein in der Luft 
verbreitetes Miasma .die Ursache der Krankheit gewesen wäre; 
so hätte dasselbe bei der grossen Sommerhitze gleich beim Aus- 
bruche der Krankheit viele Menschen auf einmal. befallen müs- 
sen (?), Reumann hat sich (in der Petersburger Zeit., 145 
1830) auch für ein Contagium erklärt. Es ist in Saratow kein 
Beispiel vorgekommen, dass das Contagium andere Träger habe; 
als den Kranken selbst und die ihn zunächst umgebende Luft. 
Eine Ansteckung ‚durch Kleider und Waaren, wie sie bei der 
Pest so häufig geschieht, lässt sich nicht nachweisen. [Ger- 
sorw'’s und Julius’s. Magazin, Nov. Dee. 1831.] (H— 1.) 
185. Ueber die Cholera. ‚Ein Gutachten des Dr. 
Raprarort zu Lemberg. Mitgetheilt von Dr. AvoLrn ScHniı- 
TZER, prakt. Arzte zu Berlin. Es bleibt unentschieden, ob die 
jetzt herrschende Cholera aus tellurischer ‚ atmosphärischer oder 
ob aus siderischer schädlicher Einwirkung entstanden; allein 
ihr Wesen scheint Anfangs in einem höchst spastisch - convulsi- 
ven Zustande des Magens und Darmkanales zu bestehen, wel- 
cher gewöhnlich in Paralysis und Apoplexia abdominalis über- 
geht; sie ist ferner dem Wesen nach die gewöhnliche Brech- 
ruhr in erschrecklicher Intensität und Extension, . und der Un- 
terschied, welchen man zwischen beiden Krankheiten gefunden 
hat, kann höchstens als: eine eigene Modification, keinesweges 
aber als ein Besonderes im Wesen und in der Natur betrachtet 
werden. So jst der Mangel an Galle in den Kxeretis bei der 
jetzt herrschenden Seuche Folge der höchst nervös - spastischen 
Natur dieser Krankheit, wodurch die Gallengänge sich zusam- 
menziehen und die Galle nicht durchlassen,. weshalb dann die 
Gallenblase in den meisten Leichen gefüllt vorgefunden wird. 
Das Krampfhafte ist wohl das Charakteristischste: an der Cholera 
Indica, und es tritt so zeitig und heftig ein, dass mur an die 
vitale und symptomatische Indication zu denken ist, Die Sto- 
ckungen in‘ dem venösen Systeme, die Anhäufung von carbo- 
nisirtem Blute. scheinen Folgen der verlorenen Vitalität des Ner- 
Sensystems und der Blutpartikeln selbst zu seyn, wodurch die 
Blutmasse ihrer Oxygenation beranbt wird. Der Mangel an Se- 
rum, welches durch die Excreta entleert wird, trägt das Seinize
	        
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