Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

IL Pathelogie, Therapie und medicinische Klinik, 201 
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nur solchen, die nach ihnen verlangen. — Diese gemischte 
Behandlung zeigte sich erfolgreich. Von 42 Kranken starben 
dem Verf, nur 14. [Gerson’s und Julius’s Maugas., Nov. Dec. 
1831.] (H—1.) - 
175. Die Cholera in Danzig; von Dr. Bauw. Die 
Krankheit hatte in Danzig meistens keine Vorboten. Nach ei- 
ner Erkältung, nach dem Genusse von Obst und Bier, biswei- 
len ohne alle erkennbare Ursache, trat meistens um Mitter- 
nacht oder in den Nachmittagsstunden eine heftige Diarrhöe ein, 
die sich manchmal 20— 30 Mal in einer Stunde wiederholte und 
immer sehr copiös war. Dabei fühlten sich die Ergriffenen 
noch wohl, wurden nur durch die Menge der Ausleerungen er- 
schreckt, von denen die ersten fäculent, die spätern von der 
oft beschriebenen Beschaffenheit waren. Die weisslichen Flo- 
cken in diesen sinken leicht zu Boden. Die helle Flüssigkeit 
färbt die Bettwäsche fast gar nicht. Von einem 12 Zoll hohen 
Nachtgeschirre, das ganz mit ihr angefüllt war, sah B. deutlich 
den Boden, auf welchem die Schleimflocken Jagen. Nun traten 
die andern, hinlänglich bekannten Symptome hinzu. (Ref. giebt 
aus der folgenden Schilderung nur das Merkwürdigste und we- 
niger Bekannte.) Brausen kam besonders oft vor dem rech- 
ten Ohre vor. — Den Puls fand B. nur in 2 Fällen schnell, 
kaum zählbar; manchmal musste er ihn am Herzen mit dem 
Stethoskop untersuchen. In der Regel blieb der Puls an der 
Aorta abdominalis gleich unter der Herzgrube deutlich fühl- 
bar. — Das Erbrechen fehlte oft ganz, der Durchfall nie. B. 
kennt nur 1 Fall, wo dem ‚starken Durchfalle ein einmaliges 
Erbrechen voranging. — Das ist gewiss eine der schlimmsten 
Eigenschaften dieser wüthenden Krankheit, dass man ihr bei 
ihrem Auftreten, die Bösartigkeit nicht anmerken kann. Die 
Diarrhöe, die zur Cholera führt, unterscheidet sich durch gar 
nichts von jeder gutartigen Diarrhöe; man scheut sich , sie. so- 
gleich zu stopfen, und mit einem Male werden die Stuhlgänge 
wässerig, und nun treten alle Zeichen der ersterbenden Ner- 
venthätigkeit ein. — Es ist ziemlich constant, dass Brechen 
und Laxiren aufhören, so wie die nervösen Symptome eintre- 
ten; manchmal aber dauert beides fort und die Stühle sind mit- 
unter so copiös, dass die Feuchtigkeit durch die Betten hin- 
durchdringt und auf den Fussboden läuft. — Schweiss trat im- 
mer mit den nervösen Symptomen zugleich ein. Während er in 
Russland ein gutes Zeichen war, zeigte er sich in Danzig als 
ein schlechtes. — Der tiefe Ring um die Augen, die Blässe 
der Wangen und die blaue Farbe der Nägel und Finger sind 
so charakteristisch, dass sie die Diagnose kaum zweifelhaft und 
ein Krankenexamen beinahe unnöthig machen. — Bei kleinen 
Kindern und einigen vollsaftigen Frauen fehlten die Krämpfe 
ganz, — Bei Kindern bleibt der Puls gut bis kurz vor dem 
Tode, — Diarrhöe, Durst, Urinverhaltung und der eigenthüm-
	        
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