Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

1. Pathologie,‘ Therapie und medicinische Klinik... 9 
streitig. auf Gemüth‘ und Geist des Kranken und. erweckt den 
nicht .. selten. heilsamen Wunderglauben. — Wenn auch’ chro- 
nische, Krankheiten ‚sehr oft nicht geheilt werden, so ist das 
noch kein Beweis, dass sie nicht heilbar seyen. Jahrelange .Lei- 
den... die: aller ärztlichen Kunst Hohn sprachen, verschwanden 
nicht selten. auf eine unbegreifliche Weise, Noch kürzlich. sah 
Pr. einen Tagelöhner, der sich vor einigen Iahren mit einem 
Beile in das Fussgelenk gehauen und die Wunde so vernachläs- 
sigt hatte, dass ‚sich Caries der Tarsusknochen und Zehrfieber 
ausgebildet hatten. Um den Unterschenkel zog sich eine tiefe 
Röthe; die Haut war an einigen Stellen mit Geschwüren be- 
setzt; die Amputation schien wegen Schwäche des Kranken 
nicht zu unternehmen zu seyn. Der Kranke fand eines Mor- 
gens, ungefähr 3 Wochen, nachdem ihn Pr. gesehen, den 
kranken Fuss wie mit einem Messer! abgeschnitten neben sich 
im Bette liegen. Es bildete sich eine so vollkommene Narbe, 
wie sie nach der besten Operation nur gewünscht werden kann. 
Ein Schneider litt an allen Zeichen der Phthisis conclamata, 
die durch unvorsichtige Heilung eines krätzartigen Ausschlages 
entstanden war. Autenrieth’s Salbe, in die Brust eingerie- 
ben, brachte nach 24 Stunden auf der Brust einen schmuzigen, 
frieselartigen Ausschlag,. auf dem Unterleibe und den Schen- 
keln, die von der Salbe nicht berührt worden waren, ein pu- 
stulöses, mit einem röthlichen Rande versehenes Exanthem her- 
vor, worauf die Spannung auf der Brust, der Auswurf und der 
Schweiss mässiger wurden, und das hektische Fieber grosse 
Remissionen machte. So wie der Ausschlag verschwand, nahm 
die Phthisis wieder überhand. Nun wurde der Kranke in das 
Bett eines Krätzigen gelegt, worauf ein vollkommener, feuchter 
Krätzausschlag ausbrach und‘ alle Symptome der Phthisis ver- 
schwanden. Die Krätze wurde erst nach Monaten mit Vorsicht 
geheilt. Der Kranke ist vollkommen hergestellt. — Chronische 
Krankheiten haben den specifischen Mitteln, der Arcanenkräme- 
rei, der Charlatanerie Entstehung gegeben. Wie oft täuschen 
die‘ Specifica! Der Bleizucker, die‘ Alcornoque, die Blausäure, 
die Theeräucherungen,: alle als Specifica gegen :Phthisis ‘ge- 
rühmt, haben Pr. in seinen Erwartungen betrogen.‘. Dennoch 
glaubt er, dass; die Zahl der wahrhaft speeifischen Mittel sich 
mehren müsse, je mehr die‘ Kunst. ihrem Ideale näher gebracht 
werde.}‘ Nicht eins der vielen ‚gegen Bandwurm. und Epilepsie 
empfohlenen Mittel hat. er in: allen Fällen erprobt gefunden. 
In zwei Fällen, gegen die: alle Mittel vergebens. versucht wor- 
den waren, ging der Bandwurm ‚nach dem dreiwöchentlichen 
Gebrauche des Kissinger Mineralwassers Racozı ab. ‚ [Med. 
Conrersationsbl; 1831. Nr. 45 2. 46.} . . (Hl) 
„9. Der Gang der Influenza war nach Dr. HEYFELDER 
in Trier im Jahre 1831 derselbe, ‚wie im. Iahre 1782 , nämlich 
von. Nordost nach. Südwest. Im ‚Juni und Juli 1831. herrschte
	        
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