Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

156 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
mals dieselbe Erscheinung wahrgenommen. — Nach dem Ty- 
phus des J. 1813 sah H. mehrere Fälle, wo Kranke, die den 
T’yphus überstanden hatten, wenn sie von fieberhaften Krank- 
heiten befallen wurden, wenigstens einige Typhussymptome, 
vorzüglich Kingenommenheit des Kopfes, Betäubung, geschwächte 
Muskelkraft, Veränderlichkeit des Pulses, in Vermischung mit den 
Symptomen deu gegenwärtigen Krankheiten zeigten, ohne dass 
diese. deshalb einen schlimmeren Charakter annahmen. — Honn- 
BAUM selbst liess wegen Congestionen 1826 zur Ader. Im Früh- 
linge 1827 erblickte er in der Nähe der Aderlassnarbe eine 
einen Silberkreuzer grosse Sugillation unter der Epidermis, die 
8 Tage deutlich sichtbar war, dann verschwand. Im Frühlinge 
1828 wiederholte sich dieselbe Erscheinung, später aber nicht 
wieder. ‘Ist es nicht, sagt Homnzaum, als wenn die Natur bei 
allen diesen Vorgängen, wie die. Menschen, eine gewisse Vor- 
liebe: zum Alten hätte, und das, was ihr einmal aufgedrückt 
gewesen, festhielte? [Medic. Conversationsblatt, Nr. 48. 18381.] 
H—) 
134. Einen Fall, in welchem das Rauchen  Sines 
mit Schiesspulver und Taback gestopften Pfeife 
den Tod veranlasste, beobachtete der G. H. R. und Ritter 
D. J. H. G. ScHLEGEL in Meiningen bei einem 43 Jahre alten 
Bauer, welcher, nur zuweilen an blinden Hämorrhoiden leidend, 
übrigens ganz gesund war. Beim Anzünden seiner Tabaks- 
pfeife, die man ihm aus Muthwillen mit Schiesspulver und 
Taback gestopft hatte, fuhr. diese ihm mit einem Blitze und 
Knalle und dann die ganze Stube erfüllendem Dampfe so heftig 
aus der Hand anf den Erdboden, dass sie von da hoch wieder 
in die Höhe sprang. Es gab ihm einen Schlag vor die Stirn, 
die Augenwimpern verbrannten, das Kopfhaar ward versengt, an 
beiden Orten entsand ein heftig brennender Schmerz, gegen 
welchen der Kranke kaltes Wasser über die ganz rothe und 
verbrannte Stirn und Augen überschlug, von dem Augenblicke 
an aber, nachdem er sich mit dem muthmasslichen Urheber die- 
ses Ereignisses gezankt hatte, sich todtkrank fühlte. Tags dar- 
auf zeigte er den Vorgang dem eine Stunde entfernt Kegenden 
Justizamte persönlich an, musste sich nach seiner Rückkehr 
legen und ward’ täglich kränker. Es traten heftiger Schmerz, 
Fieberbewegungen, Hitze, Röthe und Geschwulst der obern 
Hälfte des Gesichts, Kopfweh, Ohrensausen, Schwindel, öfteres 
Zusammenfahren und Phantasiren, Mangel an Schlaf und Ess- 
just, grosse Mattigkeit, heftiger Durst mit abwechselnden Fie- 
berschauern ein. Der Kranke erhielt Nitr. mit Crem. tart. un- 
ter das Getränk zu mischen, und örtlich Ung. nutril. zum Ver- 
band. Am 5. Tage nach der Verletzung wurde ein Arzt zu 
Rathe gezogen, der die Verbrennung unbedeutend fand, denn 
die Geschwulst hatte sich bereits wieder gesetzt, und die Haut 
sich nicht in Blasen erhoben. Gegen den Fieberzustarp“ 
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