Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

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I.‘ Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 153 
ren stehende, seit einem halben Jahre an einen jungen, kräfti- 
gen Mann verheirathete und in sehr dürftigen Umständen le- 
bende Frau litt seit 5 Wochen an einer heftigen Metrorrhagie. 
Der Verf. fand sie sehr entkräftet; den Puls frequent, sehr 
klein und schwach; die Farbe des Gesichts und ganzen Kör- 
pers bleich; Schmerzen in der Tiefe des Unterleibes, durch 
den leisesten Druck zunehmend; die Stuhl- und Urinausleerung 
sehr beschwerlich und schmerzhaft. Der Uterus liess sich bei 
der Exploration aufgetrieben, fast das Doppelte seiner gewöhn- 
lichen Grösse übersteigend, herabgesenkt und rückwärts ge- 
beugt fühlen; der Hals desselben war hart und angeschwollen, 
aber nicht, wie bei begingendem ‚Carcinom, unehen. Es wurde 
ein Aderlass verordnet; das Blut zeigte bald eine Entzündungs- 
haut, der Puls hob sich,. die Schmerzen wurden geringer. Durch 
eine fortgesetzte antiphlogistische Behandlung und ein ihr ent- 
sprechendes diätetisches Verhalten trat bald ruhiger Schlaf ein; 
die Schmerzen minderten sich mit jedem Tage; der Ausfluss 
aus der Scheide wurde geringer und verlor. seinen abscheuli- 
chen Geruch; die Ausleerungen gingen wieder regelmässig von 
Statten; der Uterus nahm seine gewöhnliche Lage und Grösse 
wieder ein, und die Kranke war vollkommen wieder hergestellt. 
— Ein anderer hierher gehörender Fall betraf eine Kranke mit 
phthisischer Anlage, .die ‚der Verf, früher einige Male an Hä- 
morrhoidalzufällen behandelt hatte. Diese litt mehrere Monate 
nach ihrer spätern Verheirathung, nachdem sie jedes Mal beim 
Coitus heftige Schmerzen empfunden hatte, an einer sehr star- 
ken Metrorrhagie, wogegen ihr Arzt das TALLER’sche saure Elixir 
in Gebrauch zog , jedoch mit dem Erfolge, dass. ihr Zustand da- 
durch verschlimmert und: oft unter heftigen Schmerzen grosse 
Quantitäten Blut entleert wurden. Endlich machte man von klei- 
nen Aderlässen Anwendung, die denn auch in Verbindung mit dem 
Gebrauche der Molken bald ein glückliches Resultat herbeiführ- 
ten. — — Einen Fall von Hydrocephalus acutus beob- 
achtete der Verf. bei einem Knaben von + Jahren, dessen Eltern 
schon 2 Kinder an dieser Krankheit verloren hatten, und der schon 
sehr früh eine Anlage dazu verrieth. Als prädisponirendes Sym- 
ptom könnte man eine dem Opistothanus ähnliche , jedoch rasch 
vorübergehende Rückwärtsbeugung des Kopfes betrachten, die 
sich gewöhnlich schnell wiederholte, aber stets unschmerzhaft zu 
seyn schien, Der Reiz der stark auf einmal eintretenden Zahn- 
entwickelung mochte das schnelle Erscheinen desselben sehr be- 
günstigen. Er trat mit den bekannten Symptomen auf, und die 
genannte Rückwärtsbeugung des Kopfes wurde nicht nur stärker 
und anhaltender, sondern verband sich auch jedes Mal mit einem 
heftigen, schmerzlich durchdringendem Aufschreien. Die Stirn- 
zegend war ziemlich heiss, viel brennender aber die des Genickes 
über und unter dem Epistropheus. Kiskalte Umschläge auf das 
Genick und alles Audere, was die Kunst hier nur irgend em-
	        
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