Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

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IL. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 121 
schwarze Farbe des Blutes, dessen Kälte und dessen Neigung, 
noch während des Lebens zu polypösen Massen zu werden, 
und die Flecke auf der Haut... Bedenkt man, dass das Blut der 
Cholerakranken durchaus kein zersetztes und entmischtes, son- 
dern nur ein während des Lebens theilweise absterbendes und 
theilweise schon abgestorbenes Blut zu nennen ist, so wird eben 
diese Beschaffenheit nur aus dem fraglichen Zustande der es 
zunächst beherrschenden vegetativen Nerven und aus nichts An- 
derem deutlich. Gerade wie in der Cholera müsste das Blut 
sich verhalten, wenn man die an die Gefässe gehenden Ner- 
venzweige oder die Ganglien künstlich zu zerstören oder zu 
lähmen vermöchte. Sind die Ganglien gelähmt, so müssen Wär- 
mebildung, Turgor vitalis und alle normalen Secretionen aufhö- 
ren. Die Urinsecretion und die Hautexcretion stocken in der 
Cholera nicht mehr, als die Thränensecretion, die Kothbildung 
und die Schleimerzeugung, und was die Galle anbelangt, so kann 
man annehmen, dass auch die Absonderung derselben während 
der Krankheit anfhöre, und die bei den Sectionen in der Gal- 
lenblase gefundene Galle schon vor Beginn des Leidens gebildet 
und durch Krampf zurückgehalten worden sey. Geht die Krank- 
heit in Genesung über, so finden, wie bei Nervenleiden, keine 
kritischen Veränderungen in den Absonderungen Statt. Erwägt 
man, dass bei Nervenleiden überhaupt die Secretionen gern wäs- 
serig werden, dass bei Lähmungszuständen die Serumbildung am 
längsten fortbesteht und häufig sogar excessiv wird, dass bei 
solchen Zuständen die normalen Secretionen. durch ein dem 
Fleischwasser ähnliches, mit Eiweissstoff vermischte@ Serum er- 
setzt werden, dass bei paralytischen Zuständen oft ein fast me- 
chanisches Durchsickern seröser Flüssigkeit durch die organische 
Masse beobachtet wird: so eröffnet die Annahme von dem Sitze 
der Cholera in den Nerven noch einen Blick in die Natur der 
bei ihr Statt findenden Absonderungen. — So drängt denn Al- 
les zu der Annahme hin, dass die Cholera in einer in das Le- 
hen des sympathischen Nervensystems und des Vagus hereinbre- 
chenden, unter einem krampfhaften Zustande und unter Ver- 
mittelung desselben geschehenden Lähmung beruhen möge. [Me- 
die. Conversationsblatt, Nr, 50 und 1. 1831.] (H—1.) 
117%. Ueber die Cholera orientalis, und insbesondere 
über deren  Verbreitungs - und Fortpflanzungsart, theilt der 
Staatsrath D., C, W. HurkLanD einige Bemerkungen, als Resul- 
late seiner über diesen Gegenstand fortgesetzten Untersuchun- 
gen, mit, denen er einige Notizen über die Natur und Behand- 
lung dieser Krankheit, welche er während ihres Auftretens und 
Verlaufs in Berlin sammelte, beifügt. In Rücksicht auf die 
Verbreitung der Krankheit bemerkt er Folgendes: 1) Die Cho- 
lera hat bei uns zuerst in den Flussgebieten Posto gefasst. 
Zuerst an der Weichsel, dann an der Oder, hierauf an der 
Warte, Spree und Havel, und endlich an der Elbe. Städte. an
	        
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