Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

118 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
mal, nur manchmal venös injicirt. Der Magen normal von aus- 
zen, etwas aufgetrieben, innen, vorzüglich an der grossen Cur- 
vatur, röthlich punktirt, nicht entzündet; seine Schleinhaut auf- 
gelockert, wegwischbar, faltig, runzelig, die oft beschriebene 
Materie in ihm. Die dünnen Därme von aussen constant blass 
rosenroth gefärbt, aber die Färbung deutet nicht auf Entzün- 
dung; in ihnen die bekannten flüssigen Stoffe; ihre Schleimhaut 
turgid, wegwischbar, mit sehr entwickelten Zotten.. Im Jeju- 
num und Jieum ein eigenthümliches, den confluenten Ma- 
sern am meisten ähnelndes Exanthem, hellrothe Fiecke von 
der Grösse eines Groschenstücks, mit unregelmnässig rundlichen, 
bogenförmig geschweiften Rändern. Jeder Fleck fliesst mit den 
weiter unten stehenden durch eine schmälere oder breitere 
Brücke zusammen, so dass durch diese Vereinigung lange Strei- 
fen, oft von der Länge eines Schuhes, gebildet werden. Mit 
blossem Auge sieht man auf diesen Flecken hervorragende, 
rundliche Körnchen von der Grösse der Hirsekörner, die unter 
der Lupe zum "Theil mit etwas heller Flüssigkeit gefüllt er- 
scheinen. Die meisten Aerzte haben dies Exanthem für aufge- 
triebene PryEr’sche Drüsen erklärt, eine Ansicht, über deren 
Richtigkeit JaHn nicht entscheiden will. Nur in 2 Leichen un- 
ter 54 wurde dies Exanthem nicht gefunden. Die dicken 
Därme, im Gegensatz zu den dünnen, von aussen blass; in ih- 
nen dieselbe Materie, die in den dünnen angehäuft ist. Wa- 
ren hintige Stühle vorhanden, so sind die BRUNnErR’schen Drüs- 
chen von schmalen und hellrothen Höfen umgeben. Sonst 
sind die dicken Därme normal. Die Gallenblase von dunkel ge- 
Färbter , häufig süsslich schmeckender Galle strotzend; der Gal- 
lengang nicht zusammengezogen, oftmals weit: Leber, Milz, 
Paukreas ohne Abnormitäten, nur manchmal viel schwarzes Blut 
in ihnen. Die Nieren normal, oft mit schwarzem Blute er- 
Fülle. Für gewöhnlich enthalten ihre Becken einen eigenthüm- 
lichen, der Trippermaterie ähnlichen, bald weissen, bald gelb; 
tichweissen, bald gelbhräunlichen, sauer reagirenden Schleim. 
Fehlt dieser in den Nieren, so findet man ihn in den ganz nor- 
malen Ureteren, und fehlt er in diesen, so ist er in der zu- 
sammengeschrumpften, leeren, inwendig etwas gerötheten Harn- 
blase zugegen, so dass er constant zu seyn scheint. In einer 
im achten Monate der Schwangerschaft an einem der Cholera 
folgenden typhösen Zustande Verstorbenen und in diesem Zu- 
stande durch die künstliche Frühgeburt von einem lebenden 
Kinde Entbundenen war der Uterus halb contrahirt, blutreich, 
im Ganzen normal. Das Genitalsystem scheiat unter allen Sy- 
stemen am wenigsten in der Cholera zu leiden. Pulslose Frauen 
säugten in Berlin ihre Kinder, ohne sie anzustecken; die Milch 
verschwand erst mit dem Tode. Bei Männern kamen einige 
Male Ereetionen vor. In 54 Leichen zeigte sich 3 Mal der 
Plex, coeliacus, 2 Mal der Pler. mesaraicus superior, 1 Mal der 
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