Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

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VIE. Staatsarzneikunde. 
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das genossene Gift, nur langsamer, und afficirt besonders die 
Nervensphäre, wozu sich erschwerte Respiration, Engbrüstigkeit 
ınd Hüsteln gesellten. — Bei Sectionen bemerkt man auf der Haut 
missfarbige, ins Violette und Schwarze spielende Flecke, Steif- 
heit und krampfhafte Verziehung der Glieder, Entzündung und 
Wundseyn des Schlundes und Oesophagus, so wie Entzündung 
und Brand des Magens und Darmkanals. Gewöhnlich leiden die 
Mündungen und der Grund des Magens; bisweilen sind diese 
Theile mit Bläschen bedeckt. Die Häute des Magens und der 
Dickdärme erscheinen bald dünn, zerreiblich, exulcerirt, durch- 
löchert, bald verdickt, faltig, hart, die Magenschleimhaut wul- 
stig aufgetrieben, wohl auch zerstört, die Magengefässe aufge- 
trieben. Zuweilen sickert Blut aus den corrodirten Stellen des 
Magens. Die Därme sind bald verengt, bald aufgetrieben, die 
Lungen schwarzblau gefleckt, das Herz voll von schwarzem Blute. 
Die übrigen Eingeweide sind mehr öder weniger krankhaft. — Zu- 
weilen sah man in der Nähe der Cardia fleischige Auswüchse oder 
eine Menge glänzender Körner. — Hin und wieder zeigten aber 
Sectionen keine der erwähnten Veränderungen, obgleich Arsenik 
in grosser Menge genommen worden war.‘ Die Frage, ob Arse- 
nik die Leichen unverweslich mache und mumienartig verwandele, 
wird von Einigen bejaht, von Andern verneint. Nach neuern Ver- 
suchen verhindert der Arsenik unter gewissen Bedingungen aller- 
dings den Uebergang organischer Stoffe in Fäulniss und veranlasst 
ihre mumienartige Vertrocknung; doch ist eine kleine Gabe des 
Gifts, wie sie meist beigebracht wird, viel zu gering, um die 
Putrefaction und Verwesung zu verhindern und eine mumienartige 
Eintrocknung nach sich zu ziehen. MoHnneım und SAaRrTorRımus 
haben die Bedingungen namhaft gemacht, unter denen diese Ver- 
trocknung eintritt, jedoch übersehen, dass der Arsenik nicht in 
grossen Stücken, sondern als Pulver oder in Auflösung genom- 
men worden seyn muss , und dass der Tod nicht zu schnell erfol- 
gen darf. — Was die Auffindung des Giftes durch chemische Ana- 
Iyse anlangt, wodurch allein die Vergiftung ausser Zweifel ge- 
setzt wird, so gelingt diese freilich der Chemie nicht immer, 
besonders wenn grosse Stücke Arsenik oder nur eine kleine Quan- 
tität beigebracht worden war, wo dann mittelst Erbrechen oder 
Durchfall das Gift ausgeleert wird, oder wenn in lange beerdig- 
ten Leichen der Arsenik zersetzt und als Arsenikwasserstoffzas 
ausgeführt ist. Doch entdeckte man auch in lange beerdigten 
Leichen noch den Arsenik. Minder sicher, als die Darstellung 
in metallischer Gestalt aus den Contenten des Magens , sind fol- 
gende Methoden, denselben zu ermitteln: 1) Verbrennen der Con- 
tenta auf Kohlen, wobei man Acht hat, ob Knoblauchgeruch ent- 
steht, oder weisser Dampf aufsteigt, der eine Kupferplatte weiss 
beschlägt. Da Glühen des Zinks ähnlichen, doch geruchlosen 
Dampf giebt, so hat man neuerlich diesen Versuch nur als Sup- 
plementarbeweis betrachtet. 2) Zutröpfeln einer Lösung von
	        
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