Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

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V. Psychiatrie. 
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nöthig gereizt wird, und Ruhe in den ersten Tagen nach der 
Entbindung sind die sichersten Verhütungsmittel der Puerperal- 
manie, Bisweilen gelingt es, durch künstliches Hervorrufen der 
ausbleibenden Hautkrise die Krankheit im Anfange zu unter- 
drücken. Die passenden Mittel sind ein warmes Bad und Cam- 
pher zu 10—20 Gran. Ist die Zeit des Milchfiebers vorüber, 
zo nützt dieses Verfahren nicht mehr; die wahre Heilanzeige 
ist dann, von dem Gehirne abzuleiten. Man sucht dann durch 
fortgesetzte Anwendung gelinder, diaphoretischer Mittel die 
plastische Kraft gleichförmiger zu vertheilen. Die Antimonial- 
mittel passen hier nicht, da sie der Verdauung schaden, beson- 
ders der Brechweinstein; am nützlichsten bewies sich dagegen 
der reichliche Genuss des Knoblauchs bis zum: Eintritte des 
hektischen Fiebers. Auch die kalten Sturzbäder taugen nichts, 
da die Manie nicht nervösen Ursprunges ist, und niemals plötz- 
lich Besserung eintritt. -Brech - und Abführmittel begünstigen 
nur den Eintritt des hektischen Fiebers. Auch der Schmerz 
erregenden Mittel enthält sich N., da nicht einzusehen ist, wie 
sie das Verhältniss der Secretion verändern sollen. Ein psychi- 
scher Heilweg kann ebenfalls nicht eingeschlagen werden, da 
er, für acute Manieen nie passt. Je mehr die Kranke in der 
Periode der Tobsucht geschwächt wurde, desto gefährlicher 
ist das hektische Stadium, und Heilung wird nie dadurch er- 
zielt. — Beim KEintritte der hektischen Periode müssen die Bä- 
der wegbleiben, und die stärkenden Mittel, mit Vorsicht gege- 
ben, an ihre Stelle treten. Bittere Extracte mit aromatischen 
Zusätzen bilden diesen Uebergang am besten. Nimmt das 
Abendfieber zu, so geht man zur China über, und zwar in Form 
des Decoctes, das hier mehr leistet, als das Chinin. Je län- 
ger der hektische Zustand währt, desto mehr tritt Kleinmuth 
und Verzagtheit ein. Allmählich geht man zu nahrhafter, je- 
doch leicht verdaulicher Diät über nnd verordnet China in Sub- 
stanz oder das Chinin. Droht Blödsinn einzutreten, so bewirkt 
man am sichersten durch das Opium Heilung, da es die Vege- 
tation des Hirns und der Nervenmassen erhöht. Im Anfange 
gereicht, würde es nur nachtheilig werden. Dass die Vegeta- 
tion des Hirns beim Blödsinne zu schwach ist, wird dadurch be- 
wiesen, dass das Gehirn an Umfang abnimmt, besonders das 
Cerebellum, das gewöhnlich völlig atrophisch gefunden wird, 
Dass das Opium die Ernährung des Gehirns befördert, unter- 
liegt keinem Zweifel; es bringt Anfüllung der Hirngefässe her- 
vor, Belebung der Ideen, Vermehrung der Energie aller basi- 
schen Kräfte zugleich; es erzeugt Schlaf, Veberwiegen der Ve- 
getation über die Sensibilität. Die Wirkung des Opiums muss 
man als 24 Stunden dauernd annehmen; in den ersten 3 Stun- 
den erhöht es bloss die Lebhaftigkeit der Sensibilität, in den 
Folgenden dreien vermehrt es die Assimilationskraft des Gehirns, 
in den nächsten 6 Stunden ‘brinzt es Schlaf hervor, und erst
	        
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