Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

84 Pathologie, Therapie und medicinisclie Klinik. 
abgenommen, dass mehrere Wochen ohne Anfall vorgingen. 
Die Untersuchung ergab, dass der 4te, 5te und Gte Brustwir 
bel beim Drucke schmerzte. III. Onanie. Ein 20jähriger, 
schlank aufgewachsener und schwach gebauter Mensch, der 
schon lange Onanie trieb, klagte über Schwäche im Rücken 
und ziehende Schmerzen, die vom Kreuze ausgingen und sich 
gegen die Genitalien verbreiteten. Pat. empfand auch iliiclilige 
Stiche in beiden Seiten der Brust, hatte trägen, schleppenden 
Gang und mehr unsichere Haltung und durch öftere Manustu- 
pration waren die Geschlechtstheile schon so erschlafft, dass 
der Samen spontan ausfloss. Wiederholte Untersuchung zeigte, 
dass Anfangs bloss der 5te und später allein der 6te Brust 
wirbel bei Berührung empfindlich war. Der Campher inner 
lich hob nicht allein den örtlichen Schmerz, sondern auch die 
grosse Schwache im Kreuze, und fernere Behandlung rettete 
den Kranken ganz. — IV. Faresis. Ein 9jähriger, in der 
Entwickelung noch weit zurückgebliebener Kakerlak klagte nach 
Erkältung über heftige, periodisch eintretende Leibschmerzen, 
die in der Nabelgcgeud sassen und von leichter l'ebriiischer 
Aufreizung begleitet wurden. Nachdem ein Spulwurm abge 
gangen, verloren sich diese Schmerzen. Tags darauf hatte 
[sich indessen eine Paresis ansgebildet, der Gang war schlep 
pend, und nur mit Mühe konnten die Fiisse, die mit der Ferse 
i auftraten, fortbewegt werden. Stehen und Gehen ohne Unter 
stützung war nicht möglich; im Liegen aber konnte Pat. die 
untern Extremitäten an sich ziehen und ein wenig aufheben, 
klagte indess bei allen Bewegungen, die er vornahm, beson 
ders beim Vornüberbeugen, über empfindlichen Schmerz im un 
tern Theile des Rückens. Die Untersuchung wies nach, dass 
der leiseste Druck auf sämmtliche Lendenwirbel heftige Schmer 
zen erzeugte und die letzteren Brustwirbel bei Berührung em 
pfindlicher, als die oberen waren. Das in Anwendung eines 
Infl. flor. Arnic. mit Tart. natronat. und in Einreiben des 
hinim. avimon. cutnph. bestehende Heilverfahren hatte den 
günstigsten Erfolg, da schon am 2len Tage der Gebrauch der 
Fiisse weniger beeinträchtigt war und in den nächst folgenden 
kaum noch eine Störung im Gehen bemerkt wurde, auch die 
Rückenschmerzen ganz aufgehört hatten. — V. Febris ner 
vosa. Ein 22jähriges, kräftiges und blühendes Mädchen, des 
sen Periode geregelt war, bekam, ohne die Ursache zu ken 
nen, saures Erbrechen, heftige Kopfschmerzen und solche Mat 
tigkeit in allen Gliedern, dass ihr Gang schwankend wurde und 
die Fiisse nur mit grösster Anstrengung sich fortbewegen Hes 
sen. An die Stelle eines erquickenden Schlafs trat Schläfrig 
keit, welche leichte Delirien begleiteten, der Kopf war schwer,
	        
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