Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

480 Pathologie, Therapie und mediciuische Klinik. 
tember befand sich Pat. erwünscht, schlief gut und die benach 
barte Hautdecke fing an sich von unten herauf einige Linien 
breit über die entblössten Partieen zu verlängern. Am 7teil 
wurde der überreife Lymphabscess am linken Trochanter mit 
dem Messer geöffnet und ergoss fast */, Pfund übelriechenden 
Eiter. Auch hier wurden aromatische Fomente angewandt, we 
gen allgemeiner Schwache mit Neigung zur Diarrhöe aber, 
dem Decoct. Cort. Perm’. Salcp und Liquor a. m. Hoff- 
manai beigefügt. Der allgemeinen Schwäche uugcachtet war 
der Penis schon J / 2 Zoll weit überbautet. Bis zum 23stcn 
hatte sich der Kranke auffallend gebessert, die Wangen rö- 
theten sich, der Appetit nahm zu, die Stuhlentleerung war nor 
mal, der Urin floss im Durchmesser eines dünnen Federkieles 
ab, das 3 Zoll lange Glied war bis zur Hälfte bedeckt, die 
Scrotalhaut an die Wurzel des Penis angewachsen; der Tro 
chanter-Abscess entleerte gelben, consistenten Eiter. — Bis 
zum 22sten October schritt die Vernarbung langsam, doch sicht 
bar vorwärts. Um dieselbe zu befördern, wurde die wunde 
Stelle täglich mit rother Präcipitatsalbe verbunden, bisweilen 
mit Höllenstein berührt, und aromatische Waschungen des gan 
zen Körpers nebst ähnlichen Bädern verordnet. — Nach mehr 
jährigen Leiden war der Mann in der Mitte des Deccmbers 
ganz hergestellt und die Kräfte nahmen so zu, dass er im 
Laufe des Winters seine Beschäftigungen verrichten konnte. 
Die am Trochanter noch bestehende kleine F'istelöffuung wur 
de täglich gereinigt und für die Gesclilechtstheile noch einige 
Zeit ein Suspensorium empfohlen. Ein Jahr darauf sah B. 
den Mann seine Arbeiten täglich froh verrichten. [Oester- 
reicliisclic medic. ff ochcnsciu i/'/. 1841. iVb. 3.] 
185. Uebermassiges Tabacksranchen und 
nachtheilige Wirkungen davon; von Dr Schmidt 
mann zu Melle im Fürstenthum Osnabrück. Am lOten Juli 
befragte S. ein junger, 3 Stunden entfernt wohnender Geistli 
cher. Pat. klagte über sehr grosse Hitze, häufige Wallungen 
des Bluts, Schwindel, Betäubung, Kopfweh, Schlaflosigkeit, 
Sausen und Brausen in den Ohren, Mangel an Appetit, Ver 
stopfung, Brennen in der Harnröhre beim Harnen und ein Ge 
fühl von Entkräftung; zugleich fand sich grosse Trockenheit 
im Munde, heftiger Durst und Schmerzen in allen Gliedern; 
der Puls hatte 120 Schläge. Nachdem sich S. vergebens be 
müht hatte, eine bestimmte Ursache dieser Beschwerden auf- 
zufindeu, verordnete er milde Speisen und Getränke und das 
Elijrir acid. Halleri mit Wasser verdünnt. Am 16ten war 
das Befinden noch nicht verändert. Jetzt erfuhr S., dass Pat.
	        
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