Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
gegend sehr vermindert, es waren vier breiartig-consistente 
Stuhlcntleerungen erfolgt, der Urin war etwas dunkel gefärbt, 
durchsichtig. F. liess jetzt den Tart. tartar. weg, im Uebri- 
gen aber fortfahren. Am 12ten zeigte sich, ausser der klei 
ner gewordenen und ganz schmerzlosen Anschoppung in der 
Milzgegend, kein bedeutendes Krankheits-Symptom. Da Pat. 
das Bett zu verlassen wünschte, so gestattete F. diess um so 
lieber, als er die Bewegung zur Vermehrung der Gefässthä- 
tigkeit im Pfortadersysteme und zur Erhöhung der Resorptions- 
thätigkeit in der angeschoppten Partie für zweckmässig hielt 
und verordnete, um die noch schwache Verdauung zu beför 
dern ein Solvens-amarum, liess die Umschläge aussetzen und 
an deren Stelle zweimal täglicli eine Salbe aus Utigi. ILj- 
tlrarg. einer., Ungt. Digit, und IJnim. volat. einreiben. Hier 
bei schritt die Besserung täglich fort, die Anschoppung war 
fast verschwunden, und Pat. fing schon an seine Geschäfte zu 
verrichten, als er am 17ten Abends plötzlich von Schauer, der 
in zwei Stunden anhaltenden Schüttelfrost überging, befallen 
wurde, worauf trockene, brennende Hitze mit starken Wallun 
gen zum Kopfe folgte, welche sich durch Röthe des Gesichtes 
und der Bindehaut der Augen, häufiges Delirium und grosse 
Unruhe aussprach. Während dieses Zustandes sah F. Pat. und 
fand, ausser den erwähnten Symptomen, sehr beschleunigten 
und harten Puls, unlöschbaren Durst und unstätes Rollen der 
gerötheteu Augen; Pat. klagte zugleich über heftige Schmer 
zen in der Stirn - und Hinterhauptsgegend und drückenden 
Schmerz in der Magengegeud. Das Athrnen war beschleunigt 
und dem Fieberzustande angemessen, doch ganz schmerzlos. 
F. hielt diesen Zustand für einen Wechsellieber-Anfall mit 
Congestionen zum Kopfe, dessen Quelle er in der noch nicht 
völlig beseitigten Milzanschoppung suchte, welche er als krank 
haftes Product eines verlarvten Wechselfiebers betrachtete, und 
■verordnete daher 16 Blutegel während des Congestions-Zu- 
standes an den Kopf und kälte Umschläge auf denselben, ge 
gen den Durst aber Limonade mit der Bestimmung, bei auf- 
liörenden Delirien und ausbrechendem, allgemeinem Schweisse, 
statt des kalten Getränkes und der kalteu Umschläge den Schweiss 
durch lauwarmes Getränk aus Infus. Flor. Verbasci und ge 
linde Körperbedeckuug zu unterhalten. Nach Anlegung der 
Blutegel und reichlich erfolgter Blutentleerung wurde der Kran 
ke bald ruhiger und die brennende trockene Hitze löste sich 
in allgemeinen Schweiss auf, der 7 Stunden anhielt, wobei 
sich alle lästigen Symptome verloren und der Kranke mehrere 
Stunden ruhig schlief. Am folgenden Morgen klagte er Hin 
über einige Abgescblagenhcit und geringe Spannung in der 
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