Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

450 Pathologie, Therapie mul medicinische Klinik. 
177. Wecliselfieber mit achttägigem Typus; 
vom Stadtphysicus Dr. Fischer zu Fulneck in Mähren. Ein 
48jähriger Mann von ziemlich starker Constitution und chole 
rischem Temperamente, der ausser einem rheumatischen — und 
einem Tertianfieber stets gesund gewesen war, wurde 1835 
auf einer Heise nach Wien von einem heftigen Husten befal 
len, welchen er durch ein Glas Punsch zu beseitigen suchte. 
Der Husten aber hatte sich darauf verschlimmert, und dör Mann 
musste bei seiner Ankunft in Wien am folgenden Tage unter 
heftigen Fieberbewegungen und einem Anfälle von Schwindel, 
Wobei er bewusstlos niedersank, in das Bett gebracht werden. 
Durch Bespritzung mit kaltem Wasser erlangte er zwar das 
Bewusstein bald wieder, fühlte sich aber so angegriffen, dass 
er sich nicht aufrichten konnte und 16 Tage das Belt hüten 
musste. In dieser Zeit wiederholte sich jener Anfall von Schwin 
del dreimal in ungleichen Zwischenräumen, wobei sich Span 
nung des Bauches und dumpfer Schmerz in der regio iliaca 
linkerseits einfanden, der Husten aber ganz verschwand. Durch 
Laxantien und auf die Hautausdünstung wirkende Mittel wurde 
das Fieber beseitigt, der Schwindel blieb aus und Pat. erholte 
sich so, dass er seine Rückreise anzutreten wünschte. Un 
geachtet des noch nicht völlig beseitigten dumpfen Schmerzes 
im Unterleibe unternahm er dieselbe und kam am 8ten Not. 
in seine Heimath. Am folgenden Tage wurde F. gerufen und 
fand bedeutende Anschwellung in der Milzgegend, die bei et 
was stärkerer Berührung stumpf schmerzte. Die Gesichtsfarbe 
war gelb-livid, der Blick matt; Pat. klagte über stumpfe Kopf 
schmerzen, besonders in der Hinterhauptsgegend, Appetitlosig 
keit, faden Geschmack und Verstopfung; die Zunge war et 
was belegt, die Respiration ungestört, der Urin trübe, jumen- 
tös; im linken Fusse fand sich das Gefühl von Eingeschlafen 
sein; der Puls war voll und sehr langsam (40 Schläge), Fie 
berbewegungen nicht zugegen. F. verordnete üecoct. Grämt-- 
nis cum Tartaro tartar., Tiuct. Rhei ctquosa et St/rup. 
Cichor. c. Rhco, liess in die Milzgegeud Blutegel setzen, die 
selbe mit erweichenden Umschlägen aus Rar. sem. Uni und 
Seife bähen und eröffnende Clystiere beibringen. Am lOteü 
fand F. Pat. nach ruhiger Nacht und nach drei breiartigen Stuhl- 
entleerungen heiterer, den Kopfschmerz vermindert, den Ge 
schmack besser, und die Anschwellung in der Milzgegend wei 
cher und weniger empfindlich. F. liess die Arznei wiederho 
len und mit den Cataplasmen und Clystieren fortfahren. Am 
Ilten Morgens fand F. Pat. nach ruhigem Schlafe ziemlich wohl; 
die gelbe Gesichtsfarbe war vermindert, der Appetit stellte sich 
ein, der Geschmack war normal, die Anschwellung der Milz-
	        

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