Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

446 Gynäkologie und Pädiatrik. 
etwas abweichend davon aber war folgender Fall: 4) Ein 
über ein Jahr altes Mädchen, welches gegen Ende Novembers 
erkrankt war, wurde E. am 6ten December 1840 übergeben. 
Das Kind hatte die Schneidezähnc, einige Backenzähne aber 
waren im Durchbrechen, ohne dass die Hügel empfindlich wa 
ren. Vor 14 Tagen hatte das Kind Durchfalle und wohl auch 
Schmerzen bekommen, denn es schrie öfters; dabei verlor sich 
der Appetit, der Durst aber vermehrte sich und der Schlaf 
wurde gestört. Nach mehreren Tagen kam auch Erbrechen 
dazu, welches öfters wiederkehrte, besonders wenn das Kind 
getrunken hatte. E. fand den Bauch dick, aufgetrieben, ge 
gen tiefen Druck empfindlich; die Respiration war häufig, 
kurz, mit Schleimrasseln; der Körper, besonders die Extre 
mitäten ziemlich abgemagert, das Gesicht aufgedunsen und 
bleich. E. verordnete 12 Pulver, jedes aus '/ 4 Gran Cuprum 
sttlph. */,, Gr. Opium und 10 Gr. Zucker und liess des Ta 
ges 3 — 4 Pulver verbrauchen. Als das Kind die Pulver ge 
nommen hatte, war die Recouvalescenz eingetreten und bei 
wiederkehrendem Appetite erholte es sich in wenigen Tagen 
völlig. — Diese Fälle dürften hinreichen, um die Heilkraft 
des schwefelsauren Kupfers mit Opium gegen das erwähnte Ab 
dominalleiden bei zahnenden Kindern zu beweisen. E. hat 
zwar bis jetzt keine Gelegenheit gehallt, das Mittel auch ge 
gen die dritte und vierte Varietät zu erproben, es lässt sich 
aber kaum daran zweifeln, dass es dort dieselben Dienste lei 
sten werde, besonders wenn man beachtet, wie wirksam sich 
das schwefelsaure Kupfer und andere Kupferpräparate gegen 
verschiedene Hirnaffectioneu, besonders gegen Epilepsie, be 
wiesen haben. Doch ist dabei zu bemerken, dass das schwe 
felsaure Kupfer mit Opium weit heilkräftiger ist, als wenn es 
allein gegeben wird; [Med. Corresp.-Blatt baycr. sJerzte. 
1841. No. 2.] 
174. Hoher Grad von Convulsionen bei einem 
9monatlichen Kinde; von Dr. Tott in Ribnitz. Ein 
9 Monate altes Kind war im 3ten Monate von heftigen Con 
vulsionen befallen worden, welche durch einige Mittel besei 
tigt wurden. Als die Convulsionen (Eclampsie) aber heftiger 
wiederkehrten und bisweilen 24 Stunden anhielten, wurde T. 
befragt. Da sich eine deutliche Ursache der Eclampsie nicht 
auffinden liess, das Kind sich in der Zwischenzeit ganz wohl 
befunden hatte, auch am Kiefer keine bedeutende Auftreibung 
des Zahnrandes als Folge eines Zahnentwickelungs-Processes 
Statt fand und nur Verdacht auf Säure sich zeigte, verordnete 
T. Flores Zinci gr. i / t , fllugnes. carbonica gr. iij., Sacchar.
	        
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