Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Gynäkologie und Pädiatrik. 
fälle, die Anfangs schleimig sind, später aber sehr copiös und 
wässerig werden. Der Unterleib ist gegen Druck etwas em 
pfindlich, auch scheinen zuweilen spontane Schmerzen sich ein- 
zufinden, da die Kinder mitunter aufschreien. Der Appetit ver 
liert sich, der Durst aber steigert sich, der Schlaf ist gestört, 
der Puls sehr frequent, doch nicht voll, das Kind magert 
schnell ab, wird oft zum Seele». Diese Varietät zieht sich oft 
sehr in die Länge, endlich stirbt das Kind erschöpft und höchst 
abgezehrt. Die Sectiou zeigt krankhafte Veränderungen in den 
Drüsen der Darmschleimhaut, nicht selten Verschwärung der 
selben. 2) Das Uebel verbreitet sich auch auf die Magen 
schleimhaut. Hier kommt zu den Durchfällen und den andern 
oben erwähnten Erscheinungen auch noch Erbrechen. Letzteres 
• wird allmählich häufiger und das Leiden endigt mit Magener- 
weichung. Diese Varietät verläuft in der Hegel schneller, sei 
es zum Guten oder Schlimmen. 3) Das Uebel findet sich zwar 
in den dünnen Därmen, es kommen aber verschiedene Krämpfe 
und selbst Eclampsie hinzu. — Diese nervösen Zufälle kön 
nen aber auch eintreten, ohne dass Abdominallyphoid zugegen 
wäre, denn sie entstehen oft durch krankhafte Säure im Nah- 
rungskanal. 4) Das Uebel sitzt in den dünnen Därmen, ver 
breitet sich aber auf die Hirnhäute und es folgt ihm secundärer 
acuter Hydrocephalus, der hier aber immer asthenisch ist, und 
auf den wohl Mar sch all Hall zuerst aufmerksam gemacht 
hat. Die Kinder haben Durchfälle, viel Durst, keinen Appetit, 
sind mehr oder weniger abgemagert und es kommen die Symp 
tome der Hirnalfection hinzu. Gegen diess Abdominal-Ty 
phoid nun, an dem E. früher bei der gewöhnlichen Behand 
lung mehrere Kinder verloren hat, erachtet er schwefelsaures 
Kupfer mit Opium für wirksam. Er hat schon wiederholt aus 
gesprochen, dass das schwefelsaure Kupfer nicht als Brech 
mittel, sondern als Alterans seine herrliche Wirkung leistet, 
dass diese Wirkung gerade am stärksten hervortritt, wo es in 
kräftiger Gabe angewendet kein Brechen erzeugt, und dass es, 
und zwar in genannter Verbindung, gegen alle mit Group ver 
wandte Krankheiten, gegen alle Typhoide oder Pyren nütze. 
Da der Verf. nur selten Gele,^enheit finden konnte, das mit 
Opium verbundene schwofeisaure Kupfer gegen das erwähnte Ab 
dominalleiden der zahnenden Kinder zu prüfen, so machte er den 
Bataillonsarzt Rössel auf Oberhaus mit dieser Meinung vor ei 
nigen Jahren bekannt und bat ihn, die entsprechenden Versuche 
bei Gelegenheit anzustellcn. Dieser ging sehr bereitwillig darauf 
ein, und Nachstehendes ist das Ergebniss seiner Beobachtungen: 
1) Sophie K. wurde von einer Mutter geboren, welche während 
der Schwangerschaft an Wassersucht litt und ein Vierteljahr
	        
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