Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

Gynäkologie und Fädiatrik. 383 
Behandlung dieses Uehels sei man mit Brechmitteln sehr vor 
sichtig, weil die Neigung zum Erbrechen im Anfänge der hitzi 
gen Gehirnwassersucht meist consensuell ist, und weil sich oft 
schwer bestimmen lässt, ob die Symptome des Gehirns wirk 
lich einer krankhaften Veränderung des Gehirns angehören, 
oder nur sympathisch sind und von Störung in den Functionen 
der Bancheingeweide abhängen. Sind aber wirklich gastri 
sche Stoffe auszufiikren, so kann ein hinaus emeticus im 
Anfänge der Krankheit nicht entbehrt werden. Das consen- 
suelle Erbrechen wird durch Pot. River, c. Succ. citr. earpr. 
und Zucker am sichersten beseitigt. Dann giebt W. eine Lö 
sung von Kali acct. in Wasser (2—3 Drachmen in 4 Unzen 
mit '/ 2 Unze Sj/r. Sacch., wovon alle 2 Stunden */i — 1 Ess 
löffel gegeben wird). Zwischendurch nimmt Pat. drei Mal täg 
lich 2 — 4 Gran Calomel mit Zucker, so dass wenigstens 6 — 
12 Gran in den ersten drei Tagen verbraucht werden und täg 
lich 3 — 4 Stühle erfolgen, worauf dann die Gabe allmählich 
verringert wird. Diess Verfahren ist besonders in der febri 
len Form am Platze, wo meist die Hartleibigkeit grösser, als 
in der nervösen ist. In letzterer erreichte der Verf. oft mit 
kleineren Gaben Calomel und Kali acet. mit Sj/r. mann, seinen 
Zweck. Nicht selten entwickelt sich das Uebel bei scrophulöscn 
Kindern während einer chronischen Diarrhöe, wo dann Dec. Sa- 
lep len. mit Spir. Minder, oft viel nützt. — Wenn Odier 
von der hitzigen Gehirnwassersucht sagte, man heile von hun 
dert Kranken kaum zwei oder drei und diese blieben auch 
fast immer entweder gelähmt, oder der Epilepsie und Zuckun 
gen unterworfen; oder sie fielen nach einiger Zeit in eine 
schleichende Krankheit, die von krankhaftem Zustande des Her 
zens herrühre; oder sie bekämen einen tödtlichen Rückfall des 
ursprünglichen Uebels, so kann diess der Verf. von den Kran 
ken, die er heilte, nicht sagen. Sie wurden und blieben ge 
sund, ausser dass Einige noch einige Zeit an Kopfgeschwüren 
von den erwähnten Einreibungen litten. Wie bekannt muss 
man aber auf Kinder, die einmal die hitzige Gehirnwassersucht 
überstanden, ein wachsames Auge haben, um Rückfälle zu ver 
hüten und man muss deshalb bisweilen zu Mercurialabführun- 
gen und zu Fontanellen und Seidelbast die Zuflucht nehmen. 
, [Hufeland’s Journ. d. praa. Heilk. 1840. Novbr.]
	        
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