Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Sollte nach Verlauf der neuntitgigen Cur noch bedeutende Schwa 
che, oder ein sonstiges zur Hydrophobie nicht gehöriges Er 
kranken Zurückbleiben, so muss der Pat. in weitere entspre 
chende Behandlung genommen werden. — IV. Verfahren 
bei besondern Zufällen, a) In jenen hartnäckigen Fal 
len, wo in den ersten Tagen noch immer kleine Rückfälle der 
Hydrophobie bemerkt werden, nimmt mau zur Bereitung des 
Mittels nicht gewöhnliches, sondern jenes spater sub V. anzu- 
führende Wasser; auch werden am fünften Tage der Behand 
lung die Unterzungcirvenen nochmals geöffnet, was besonders 
dann nothwendig wird, wenn bei der ersten Eröffnung dersel 
ben nur wenig Blut ausgeflossen war. b) Wenn von selbst 
keine Stulilentleerungen erfolgen, so reicht man anr dritten 
Tage der Behandlung irgend ein Abführmittel, welches 3 — 4 
Stuhlentleerungen sicher hervorbringt, c) Wenn während der 
Behandlung grosse Schwäche eiutritt, wobei auch Einige das 
Vermögen zu sprechen verlieren, so wäscht man die Stirne, 
die Schlafe, den Hals, die Brust und die Gelenke mit dem oben 
erwähnten Rosmaringeiste und reicht Abends von demselben 
ungefähr ein Quentchen in einem Glase Wasser. Das Bestrei 
chen der erwähnten Stellen wird nach Bedürfnis wiederholt, 
nicht so der innere Gebrauch. — V. Behandlung gebis 
sener T hie re. Da nach den in Oesterreich bestehenden Ge 
setzen alle von der Wasserscheu befallenen Thierc ohne Un 
terschied und die nicht nutzbaren Hausthiere selbst bloss nach 
einem verdächtigen Bisse getödtet werden müssen, so kann hier 
nur von der Prophylaxis für nutzbare Hausthiere die Rede sein 
und diese besteht in Folgendem: Man wasche das gebissene 
Thier sobald wie möglich nach dem Bisse und suche es von 
allem Geifer zu reinigen; dann lasse man in einem reinen, un- 
verzinnten kupfernen Kessel Wasser durch eine halbe Stunde 
sieden und durch 12 Stunden in demselben stehen; hierauf 
nehme man 4 Lotli von der Wuthwurzel, schneide sie klein, 
und gebe sie, mit Salz und hinreichender Menge obigen Was 
sers vermischt, dem Thierc ein. Die Wiederholung der Gabe 
geschieht auch durch 9 Tage und zwar immer des Morgens. 
Ferner muss die Bisswunde, wenn sie noch frisch und offen 
ist, mit Rosmaringeist gewaschen und mit obigem Teige verbun 
den, ist sie aber geschlossen, vorher scarificirt werden. 
Behandlungsweise von giftigen Schlangen ge 
bissener Menschen und Thiere. I.) Beschreibung 
der Pflanze. Die Pflanze heisst Inula squarrasa (sparri- 
ger Alant) und hat folgende botanische Charaktere: Der ge 
meinschaftliche Kelch besteht aus dachziegelförmig übereinander 
liegenden, glatten, lancettförmigen Schuppen, deren Spitzen
	        
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