Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

Gynäkologie und Pädiatrik. 381 
fiir Fortdauer eines vom Kopfe immer noch gelind ableitenden 
Verfahrens, und für ganz allmiiligen Uebergang zum stärken 
den Kegim zu sorgen. 
148. Ein Beitrag zur Behandlung der hitzi 
gen Gehirnwassersucht; von Dr. Windel zu Achim. 
Die hitzige Gebirnwassersucht der Kinder ist in und um Achim 
nicht selten, doch hat der Verf., so oft er auch das Uebel in 
seiner 22jährigen, nicht unbedeutenden Praxis behandelt hat, 
in den ersten 15 Jahren derselben keinen Fall heilen kön 
nen. Freilich lag diess oft daran, dass die Eltern das erste 
Stadium der Krankheit, wo noch Heilung möglich ist, übersa 
hen und zu spät Hülfe suchten. Aber auch wo das Uebel 
bald erkannt und früh genug behandelt wurde, konnte W. es 
mit den gewöhnlichen Mitteln: örtlichen Blutentziehungen, kal 
ten Umschlägen auf den Kopf, Blasenpflastern, Calomel u. s. w. 
nicht heilen, woran wohl zwei Hauptnrsachen Schuld waren. 
Erstlich die Scrophelkrankheit, die unter den Kindern so ver 
breitet ist: die hitzige Gehirnwassersucht ist nämlich meist 
mehr oder weniger scrophulösen Ursprungs, ein secundäres 
Leiden, das selbst da, wo es rasch nach Erschütterungen des 
Hirns, Erkältungen, Unterdrückung von Kopfanssclilägen etc. 
auftritt, sehr oft kein primäres Uebel, sondern mehr in der In 
dividualität des Kranken begründet ist. Dieser, auf scrophu- 
löser Diathese hasirten, secundären, hitzigen Gehirnwassersucht 
liegen oft noch tiefere Leiden der Schleimhäute und Drüsen 
entfernter Bauch- und Brustorgane zum Grunde, wo, bei all 
gemeiner Tuberkelbildung, das Hirn allmählich in Mitleiden 
schaft gezogen wird und die hitzige Gehirnwassersncht dann 
nur die tödtliche Schlussscene einer chronischen Driiscukrank- 
heit ist. Daher sieht man bei so Vielen, die an dieser Krank 
heit sterben, Infiltration einer gelben, speckigen Masse, Tuber 
keln, von der Grösse eines Stecknadclkopfcs bis zu der eines 
Hanfkorns, im Hirn oder in den verschiedenen Partieen der 
Pia maler, oft mit, oft ohne Erguss von wässerigter Feuch 
tigkeit in den Hirnhöhlen. — Zweitens belehrten den Verf. 
seine Erfahrungen hinreichend, dass man bei Behandlung der 
hitzigen Gehirnwassersncht die Idee von Achter Hirnentzündung 
ganz fahren lassen müsse und dass man hier mit dem rein 
antiphlogistischen Heilapparate wohl sehr selten Heilung er 
zielen könne, was auch Schmidtmann glaubt. So erkannte 
W. denn, dass die rein antiphlogistische Behandlung der hitzi 
gen Gehirnwassersncht keineswegs immer die richtige und ans 
reichende sei, sondern überzeugte sich durch die Abhandlung 
Münchmeyer’s über den llydrocephalus acutus (Hanno«.
	        
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