Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Chirurgie und Ophthalmologie. 
dann war ganz weiss und klar; die wenig vergrösserte Leber 
hatte milzähnlichen Anflug, die sehr ausgedehnte Gallen 
blase war strotzend -voll; die Milz sehr klein, sonst normal, 
und alle andern Organe ganz gesund. Der Magen hatte da, 
wo er vom Colon tramvei'sum gestreift wird, ein Handteller 
grosses Loch und war hier durch eine flache Schleimhautfalte 
des Fundus venlriculi in zwei grössere Loculi getheilt. le 
dern Loculus entsprach eins der beiden Enden des getrennten 
Colon transversum und jedes Lumen dieser beiden Enden ad- 
härirte mit den zurückgeklappten Rändern an der halbirten Pe 
ripherie eines Magenloches, indem nach Aussen die serösen 
Peritonäalüberziige des Magens und Colon Iransv. diese Adhä 
sion begünstigten und nach Innen die Communication zwischen 
den getrennten Enden des Colon durch den Magen vermittelt 
ward. — Anfangs verordnete L. Ol. Jccor. Aselli, doch ohne 
Erfolg, später nur Milch und Selterwasser und liess täglich ein 
Lavement geben, welches Rat. stets erleichterte. In den letz 
ten Tagen wurden die Leiden durch Morph, acelic. sehr ge 
mildert. — Noch bemerkt L., dass der Mann früher nie 
krank gewesen war und dass die leidende Stelle in der Re 
gio epigasirica dein gewöhnlichen Ansatzpuncte des Schuster 
leistens entsprach. Die Anamnese konnte nicht aufhellen, ob 
Gastritis oder Colitis dem Uebel vorangegangen war. Der 
Mann, der sonst massig lebte, glaubte kurz vor dem Eintritte 
des acuten Leidens, welchem diess chronische folgte, zu heiss 
gegessen zu haben. Als L. die Behandlung übernahm, erbrach 
Pat. schon in Zwischenräumen von 6 — 8 Tagen jene bedeu 
tenden Massen. Wenn man die sehr heftigen Schmerzen beim 
Beginn der acuten Krankheit mit dem Verlaufe der Krankheit 
zusammenstellt, so lässt sich vermuthen, daSs Gastritis vorher 
ging, welche sich abscedirte und durch Adhäsion mit dem Colon 
die Perforation zur Folge hatte. Wie lange nach dem acuten 
Leiden die Perforation eintrat, liess sich dufch die Anamnese 
nicht bestimmt ermitteln, sicher aber hat der Mann noch ein 
ganzes Jahr, ungeachtet der Magenfistel, nach dem Entstehen 
derselben, gelebt. — In Hinsicht der Diagnose bemerkt L. 
noch Folgendes: Nach den icterisclien Faeces, der Gallenschicht, 
welche die ausgebrochenen Massen bedeckte, der gelblichen 
Färbung der Gonjunctiva, der Nasen- und Mundwinkel nebst 
jenem umschriebenen Schleimrasseln in der Gegend, wo der 
linke Leberlappen den Magen bedeckt, glaubte L. annehmen 
zu können, dass eine Hepatitis der untern Fläche des linken 
Lappens sich abscedirt und sich durch Adhäsion und Perfora 
tion in den Magen ergossen hätte, und dass nun Fluida des 
Magens mit der Abscesshöhle der Leber communicirten. Die
	        

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