Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

28 Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Heilung der Hundswuth bei Menschen und Thieren. 
Nachstehende Belehrung wurde von dem k. k. Hofkriegsrathe 
sämmtlichen General-Commanden, so wie von der k. k. Hof- 
kanzley allen Länderstellen, zu dem Ende mitgetheilt, damit 
gemäss derselben, zu Folge allerhöchster Anordnung, in Fällen 
wirklich ausgebrochener Hydrophobie, sowie eingetretener Wir 
kungen giftigen Schlangenbisses, unter sorgfältiger Aufsicht der 
competenten Behörden, vorerst möglich zahlreiche Versuche mit 
den von Lalie als zuverlässig heilsam angegebenen Mitteln 
und dem ganzen Verfahren gemacht werden mögen. Die Resul 
tate auf diese Art angestellter Curversuche sollen nach zwei 
Jahren, mit dem von der Wiener mcdicinischen Facultät und 
der k. k. med. chir. Josephs-Academie hierüber zu erstattenden 
Gutachten, Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich vorge 
legt werden. — I.) Die als Specificum von Lalie angege 
bene Wurzel kommt von der Gentiana crvciata (Kreuzentian), 
wovon die botanische Beschreibung nach Lin ne folgende ist: 
Die ausdauernde, lange, getheilte Wurzel treibt runde, auf 
rechte, purpnrröthliche, mit vielen Blättern besetzte Stengel. 
Die Blätter sind lanzettförmig, an der Spitze zuriiekgebogen, 
gegenüberstehend, den Stengel umgebend und paarweise ge 
kreuzt. Aus den obpren Blätterachseln entspringen die zu 
dreien stehenden stiellosen Bliithen, wovon die zwei äusseren 
mit einem lanzettförmigen Nebenblumenblatte versehen sind, 
welches der mittleren Bliithe fehlt. Der Kelch glockenförmig, 
kurz, viermal gezähnt mit zwei gegenüberstehenden längeren 
Zähnen. Die Blumenkrone länglich, rührig-bauchig, an der 
äusseren Seite von einer grünlich und violetten Farbe, an der 
innern kornblumenblau mit dunklen Puncten gefleckt. Der Rand 
(das äussere Ende oder die Circumferenz) der Blumenkrone 
fünfmal gespalten. Staubfäden gewöhnlich nur vier, der Frucht 
knoten länglich, beiderseits mit einer länglichen Vertiefung 
versehen; der Griffel kurz, die Narbe zweispaltig. Die Pflanze 
blüht im August und September und kommt in Gebirgswaldun- 
gen und auf Gebirgswiescn vor. Lalie beschreibt die Wurzel 
noch folgendennassen: Die Wurzel ist beinahe fingerdick, an 
dem obern Ende mehrfach gespalten, welche Spaltungen bei 
älteren Wurzeln deutlicher bemerkbar sind; die Länge der gan 
zen Wurzel ist 3 bis 6 Zoll, die Farbe der Rinde ist weiss 
gelb, innen ist sie ganz weiss, hat einen nicht unangenehmen 
aromatischen Geruch, einen bitterlichen Geschmack und bringt 
beim Kauen eine reichliche Schleimabsonderung hervor. — 
II.) Behandlung bei den ersten Spuren der Krank 
heit. Wenn sich bei einem Menschen, der von einem wiithen- 
den Thiere gebissen wurde, die ersten Spuren der Hydrophobie
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.