Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Gynäkologie und Pädiatrik, 
mul die Hände wurden von Zuckungen befallen. Während der 
Nacht liess Pat. Urin, welcher am vorigen Tage nicht abge- 
ilossen war, und unbewusst erfolgten Calomelsttihle. Noch ein 
mal erfolgte Erbrechen; Lähmung der Schlingwerkzeuge und 
Trismus kamen hinzu, die Pupille erweiterte sich aufs höchste, 
der Blick wurde stier und am dritten Tage erfolgte der Tod 
unter Convulsionen. [Medic. Zeitung v. d. Vereine f. Heiil\ 
in Pr. 1840. No. 50.] 1 
122. Ein Fall von Gastromalacje; vom Oberamts 
arzt Dr. Hauff in Besigheim. Ein l 3 / 4 Jahr alter, schwäch 
licher Knabe halte in den ersten Monaten an mehreren An 
fällen von Breclirulir, und vom 7—löten Monate an vlslhma 
thjjmicum gelitten, welches durch blausauren Zink und eine 
starke Fontanelle auf dem Sternum gehoben worden war. Spä 
ter litt der Knabe an catarrhalischem Husten und an anhalten 
der Verdammgschwäche, gegen welche Eichelcaffee und warme 
Bäder mit Erfolg angewandt wurden, so dass der Knabe im 
Sommer 1839 zunahm, ob er gleich zu seinem Alter noch klein 
und schwächlich war. Der Appetit war iifimer gut lind in der 
letzten Zeit fast abnorm gesteigert, doch befriedigte man den 
selben, da sich der Knabe übrigens ganz wohl befand. Am 
31sten August wurde der Kranke von der damals unter jungen 
Kindern epidemisch herrschenden Diarrhöe befallen, nachdem 
der Appetit einige Tage vermindert gewesen war. Die Aus 
leerungen waren sehr copiös, wässerig, gelb, von Leibschmer 
zen begleitet und erfolgten fast stündlich. Bei einer Mandel 
emulsion mit Na Ir um bicarbonicum und Laudanum wurden 
die Ausleerungen schon am folgenden Tage seltener und etwas 
consjstenter, die Schmerzen Hessen nach, und das Krnd war 
munter. Die Arznei wurde daher wiederholt, allein schon am 
2ten September kehrten die Durchfälle häufig unter Schmerzen 
wieder und es erfolgte einmaliges Erbrechen. In der Nacht 
traten alle halbe Stunden sehr reichliche, wässerige Stuhlans- 
leerungen unter Aensserungen von Schmerz ein, ,so dass der 
Knabe sehr erschöpft wurde. Am 3ten Morgens war der Knabe 
sehr matt, der Blick gebrochen, der Puls klein und schwach, 
der Mund trocken, der Durst sehr heftig. Die Ausleerungen 
waren noch eben so häufig und bisweilen schrie das Kind hef 
tig auf, indem es sich krümmte; die Magengegeud schien auch 
gegen Berührung empfindlich, ob sie sich gleich nicht heiss 
anfühlte, der Bauch war nicht nur nicht aufgetricben, sondern, 
besonders in der epigastrischen Gegend, eingefallen. Die Mittel 
konnten den tödtlichen Ausgang der Krankheit nicht abwenden, 
die Ausleerungen erfolgten eben so häufig, die Leibschmerzen
	        
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