Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

Materia medica uud Toxicologie. 
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genheit in den Gliedern und Niedergeschlagenheit des Geistes; 
der Puls war klein und häufig, die Zunge rein. — Pat. war 
auf einem Spaziergange in dem Garten auf der Stirn von 
einer Biene gestochen worden, und hatte heim Wegjagen der 
Biene den Stachel derselben auf der Hand gehabt. Plötzlich 
halte sie auf dem rechten Ohre heftiges Brausen und Klingen 
empfunden, welches auch bald das linke Ohr eingenommen 
hatte, zugleich war bedeutende Zerschlagenheit in allen Glie 
dern eingetreten. Der Stich hatte das rechte Stirnbein ge 
troffen. Die Stelle war von der Grösse eines Silbergroschens, 
wenig über die Haut erhaben, blassroth und etwas wärmer, 
als die übrigen Theile des Gesichtes. — L. liess Pat. zu 
Bette legen und nach einigen Tassen Chamillenthee verschwan 
den bei gelinder Transpiration nach 4 bis 5 Stunden die er 
wähnten Symptome; jetzt aber schwoll das ganze Gesicht an, 
so dass das rechte Auge beinahe ganz geschlossen und das 
Athmen durch die Nase beschwerlich war. Die Geschwulst 
nahm sogar einen Theil des Halses ein, schmerzte aber nicht. 
Nach einer ruhigen Nacht hatte sich die Geschwulst am Mor 
gen fast ganz verloren und die Kranke war wieder wohl. 
[Hufcland'a Journal d. praef. Ileilk. 1840. Oclobcr.] 
III. Materia medica lind Toxicologie. 
110. Ausgezeichnet rasche und heilkräftige 
Wirsamkeit des Decoctum Zittmanni in einem Falle 
secundärer Syphilis; vom Dr. Magnus in Hamburg. Zu 
den neuerlich von Hacker und Andern bekannt gemachten 
Fällen, in welchen sich das Zi11 m an n ’ sehe Decoct nach 
fruchtloser Anwendung vieler Mittel gegen sccundäre Formen 
der Lues hiilfreich bewahrt hat, dürfte auch folgender Fall 
gezählt werden. — Am 20sten August 1839 wurde M. zu 
einem 6jährigen Knaben gerufen. Schon in geraumer Ent 
fernung vom Bette des Kranken liess sich die dumpfe, sterto- 
rüse Respiration vernehmen, welche der eines Croupkranken 
im Stadium der Ausschwitzung ähnlich war. Die oft bis zum 
Ersticken gesteigerte Dyspnoe zeigte sich, ausser dem kurzen 
hastigen und röchelnden Athmen, durch die ängstlich entstell 
ten, livideit Züge, die erweiterten Nasenflügel, den offenen 
Mund und die beständige Veränderung der Lage. Die Spra 
che war hastig, lieisser und unverständlich; feste Speisen konn 
ten gar nicht, flüssige nur in geringer Menge und unter ste 
tem Husten mit Mühe geschluckt werden. Die Cervicaldrti- 
sen beider Seiten waren bedeutend, zum Theil wallnussgross
	        
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