Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Pathologie, Therapie mul medicinisehe Klinik. 
ergab die Ursache des Leidens nicht. In den Weichgcbildeu 
der linken Hand zwischen Daumen und Zeigefinger aber fand 
si(jh eine kleine Wunde, welche der Kranke bei der Section 
eines rotzigen Pferdes durch den Stich mit dem Scalpell er 
halten halte. Diese Wunde heilte bei keiner örtlichen Be- 
haudluug, die Geschwulst des Hodens aber verschwand nach 
Einreibungen von Lug/, mcrcuriule, Umschlägen von warmen 
narcotischen Kräutern und Ableitungen auf den Darmcanal. 
Zugleich alter zeigten sich lebhaftes Fieber, sehr frequenter 
Puls, bedeutende Schmerzen im Stamme und in den obern und 
untern Extremitäten, besonders der linken Seite, wo sich die 
erwähnte Wunde fand, geringe Neigung zu Schwerssen und 
bald auf der obern, bald auf der untern linken Extremität 
erysipelatöse Entzündungen. Die Iris des rechten Auges war 
in ein fast regelmässiges Viereck verzogen. Da Tart. s/ib. 
und nachher Calomel, so wie warme Bäder, Einreibungen von 
Lugt. mercuriale und Einwickeluugen der leidenden Thcile 
mit Fettwolle ohne Erfolg blieben, wurde das Decoctum Zitt- 
vianni angewandt, doch fast ohne Nutzen. An der obern und 
untern Extremität entstanden, unter der Form von Beulen, Mus- 
kelabscesse und gingen endlich in Eiterung über, An dem 
Arme entleerte sich der Eiter durch die erwähnte Wunde, an 
dem Beine aber brachen zwei Stellen an der iunern Seite des 
Unterschenkels, in der Nähe der Achillessehne, auf. Inner 
lich wurde jetzt das Oleum jecoris Aselli angewandt, von 
welchem mau des Jodgebaltes wegen günstige Wirkung erwar 
tete. Wirklich wurde der Eiter aus dem schon cariös gewor 
denen Geschwüre besser und weniger übelriechend, Zuletzt 
wurde statt des Lebertbraus das Kali chluricmn (l 1 /, Drachme 
auf 4 Unzen destillirtes Wasser und davon zweistündlich ein 
Esslöffel) angewandt, wobei sich Pat. so erholte, dass er, mit 
einer kleinen Oeffnung am Unterschenkel, das Lazareth am 
31sten August verlies«, [Medic. Zeitung von dem Vereine 
für llcitk. in Pr. 1841. Ao. 4.] 
100. Heftige Wirkung eines Bienenstiches; 
von Dr. Luther in Neu-Dietendorf. Im Juli wurde L, zu 
einer Dame gerufen, welche seit einer Viertelstunde bedenk 
lich erkrankt war. Die Gesichtsfarbe fand L. leichenblass und 
bläulich, was um so mehr auffiel, da diese sonst gesund und 
blühend war. Die Haut war marmorkalt und nesselartiger 
Ausschlag bedeckte Hals, Arme und Beine, die ödematös ge 
schwollen waren. Pat. klagte über Brausen und Klingen in 
beiden Obren, welches auf dem rechten Ohre angefangen hatte 
und zum linken übergegangen war, auch fühlte sie Abgeschla-
	        
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