Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

20 Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
heit hesiisse, so dass kein nach ihr Behandelter mehr sterben 
würde. Sollte man sich aber darüber wundern, dass der Verf. 
dem ungeachtet nur die Minderzahl seiner Kranken mit Calo- 
mel behandelte, so antwortet der Verf., dass er zu einem gros 
sen Theile derselben zu spät gerufen wurde, als dass er ihnen 
diess Mittel noch hätte geben können, dass er es bei Andern 
überhaupt nicht passend fand und endlich, dass er noch An 
dere absichtlich anders behandelte, um so desto besser eine 
Parallele zwischen dieser und andern Methoden ziehen zu kön 
nen. Als ein so ganz und gar unschuldiges Mittel, wie Si 
cherer und Rösch, namentlich Ersterer, hat H. nun freilich 
diese Calomelgaben nicht gefunden, aber eigentlich stürmische, 
drastische, oder irgend bedenkliche Wirkungen derselben hat 
er auch bei jungen und schwächlichen Kranken weder unmit 
telbar nach ihrer Anwendung, noch ferner irgend wahrgenom 
men, und den Horror vör der ganzen Methode, so wie den 
„Scrupel vor dem Scrupel“ (oder wenigstens vor dem halben) 
hat er glücklich überwunden, und er wird ihn wohl nicht mehr 
wieder befallen. Wenn Sicherer diese Pulver sogar wäh 
rend der Periode gab, so ist H. vielleicht noch weiter gegan 
gen, indem er sie eine im vierten Monate Schwangere, noch 
nach dem Brechmittel, mit bestem Erfolge nehmen liess, wie 
ihn denn die Schwangerschaft allein von Darreichung eines 
streng angezeigten Mittels, wie namentlich des Brechmittels, nie 
abhält, wovon er auch noch nie schlimme Folgen gesehen hat. 
Die Wirkung des Mittels wird hier von dem es anzeigenden 
Krankheitszustande so vollständig, um im Bilde zu sprechen, 
absorbirt, dass sie ganz und gar in Hebung der Anzeige auf 
geht und fernere Nebenwirkungen daraus nicht entstehen. 
Weitere Momente über Beurtheilnng der Anzeigen und Gegen 
anzeigen dieser Calomelgaben hat die Erfahrung dem Verf. 
nicht dargeboten, wohl aber ist ihm daraus klar geworden, 
dass ihre Anzeige noch keineswegs mit gewünschter Sicherheit 
bestimmt ist. (Der Schluss dieser Abhandlung, welcher die 
interessante Frage: wie, auf welche Weise wirkt das 
Calomel in grösseren Gaben im Abdominaltyphns? 
beantwortet, folgt im nächsten Hefte.) [Mcdic. Correspondenz- 
blalt des wärt, ärztlichen Vereins. Bd. X. JVr. 20 n. 21.] 
7. Febris miliaris verat, von Dr. Popken zu 
Jever im Grossh. Oldenburg. Der Verf. weiss nicht, ob die 
Frage über die Existenz eines idiopathischen Frieseis, der, 
wenn auch nicht kritisch, doch nothwendig mit dem begleiten 
den Fieber verbunden, selbstständig auftritt, als entschieden 
angenommen werden wird; er kann indessen einer, 1833 in
	        
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