Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Chirurgie und Ophthalmologie. 
j auch der ganz eigenthiimliche widrige Geruch und der ans- 
1 gezeichnete bittersalzige Geschmack der frischen Pflanze zu 
neuen pharmacodynamischen Versuchen mit einer Pflanze anf- 
fordern sollte, die hei uns wild wachst und in grosser Menge 
zu haben ist. Doch leider ist es herrschende Mode, lieber mit' 
seltenen, kostbaren, aus fernen Gegenden zitsaminengebrach- 
ten neuen Stoffen Heilversuche auzustellen, als mit uusern 
gemeinen, wohlfeilen und mit Unrecht oft nur veralteten 
Mitteln, wo es sich doch nur um Bestätigung der Erfahrungen 
der Vorfahren handeln würde. Auf das Ruprechtskräut hat 
übrigens neuerlich auch Schinz in dem Aufsätze über ver 
gessene oder zu wenig beachtete einheimische Arzneigevvächse 
(v. Po m m er’s schweizerische Zeitschr. für Natur - und Heil 
kunde 1839. Neue Folge. Bd. I. Hft. 2.) aufmerksam gemacht. 
[Weite nweber’s Beilr. z. ges. Natur - mul Heiltvissensch. 
Bd. V. Hft. 1.] 
IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
87. Eine neue und sehr zu empfehlende Sta 
phylo rap h i e - Me th o d e; von J)r. Nmvermann zu Flau. 
Ungeachtet, dass v. Grille (Journ. f. Chirurg, u. Augenheilk. 
Bd. I. Hft. 1.) ein geniales, doch leider zu complicirtes Ver 
fahren zur Beseitigung der Gaumenspalte angab, das er je- • 
doch nach 6 Jahren selbst sehr vereinfachte, ungeachtet dass 
die nun gebräuchlich gewordene Operation von Roux, Ebel, 
Dicffenbach, Krimer, Houby und Schwerdt sehr gut 
vereinfacht und überdiess nun auch von Wernecke, Doni- 
ges, Jousselin, Alcock, Suchet, Ferrier, H. Mayo, 
V. Wattmann, Wardrop, Vjllemiire u. A. mit Erfolg 
unternommen wurde, ist es doch noch bis heute für den Ope 
rateur sehr schwer, an diesen kleinen und in einer kleinen 
Höhle tiefgebetteten Gebilden mit zwei grossen und starken 
Instrumenten zugleich thätig zu sein. Denn gleich von vorn 
herein muss man den ersten Act, wie ihn der Verf. nennt: 
die blutige Trennung der Spalte wieder mit zwei Instrumenten 
vornehmen; beim Einlegen der Hefte waren Stichzange und 
Pincette (nach Schwerdt) thätig und das Schlüssen der Li 
gaturläden selbst machte in dem elastischen und dünnen Ge 
webe grosse Schwierigkeit, welche durch den Brech - nnd 
Würgreiz noch um Vieles stieg. Eine Folge davon war: das 
gar häufige Misslingen der Operation, die selbst durch die 
Seiteneinschnitte, so empfehlend sie auch sonst sein mussten, 
Summ avium d. Medicin. 1841. I. Ao
	        
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