Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 15 
duum beschränkt blieb, sondern bald mehrere befiel, während 
andererseits nicht allzuselteu das Gegeutheil stattfaud. Von 
den zuerst Erkrankten starb keins und die Krankheit hatte 
bei Allen einen langsamen und milden Verlauf. Der Gang 
und Character der Krankheit war im Allgemeinen derselbe un 
gleiche und weehselvolle, wie immer und überall, wo sie vor 
kommt und der Verf. erwähnt seiner daher nur kurz. Grosses 
Mattigkeitsgefiihl, Mangel an Esslust, häufiges Frösteln, wüster 
Kopf, häufige profuse Nachtschweisse gingen meist längere 
oder kürzere Zeit, in einem sogar 6 Wochen lang voran, 
während in anderen die Krankheit sich in wenigen Tagen 
rasch ausbildete und in einzelnen wenigen fast plötzlich befiel, 
so dass sie schon am 2ten Tage des Unwohlseins ganz und 
zwar in hohem Grade entwickelt war. Das eigentümliche 
stupide, typhöse Aussehen, das leblose, eigentlich gläserne 
Auge nntl die schlaffe, kraftlose Haltung des Körpers waren 
constant und oft schon wahrzunehmeu, während die Kranken 
noch lange ihren Arbeiten nachgingen. Ebenso constant fast war 
die Neigung zu Durchfällen, die man mehr oder weniger fast 
die ganze Krankheitsdauer bemerkte. Die Ausleerungen waren 
die verschiedenartigsten; bald wässrigt, fast farblos, bald gelb, 
fäculent, bald ganz braun, wie Misljauche, blutig nie. Dei 
mehreren Kranken erhielt sich das Gehirn fast ganz frei vom 
ganzen Krankhcitsproccsse, der, leichte Obnubilationen des 
Sensoriums, und blande, namentlich nächtliche Delirien abge 
rechnet, nur auf Bauchuervensystem und Rückenmark beschränkt 
erschien. Bei andern dagegen warf er sich gleich mit aller 
Macht auf Hirn und Rückenmark, durch vollständige Bewusst 
losigkeit, anhaltende, mitunter wilde Delirien, mit erweiterten 
Pupillen und fortwährende, durch keine nächtliche Ruhe un 
terbrochene Convulsionen ausgezeichnet. Im letztem Falle 
war das Gesicht bald blass, bald leicht, bald stark geröthet, 
die Sprache verloren, so dass nur uuarticulirte Töne, wie im 
letzten Stadium des Hj/drocejilialiis acutus, ausgestosseu wurden 
und alle Zeichen anscheinend starker Exsudationen in der 
Schädelhöhle zugegen waren. Schwerhörigkeit und lallende 
Sprache fehlten nie. Meteorismus trat sehr häufig ein, der 
famose Schmerz auf Druck in der Regio ileo-colica fand 
sich bei keinem einzigen, und der von Giess namentlich be 
sprochene Crystallfriesel nur bei einer Kranken, die überdiess 
Wöchnerin war. Er entwickelte sich hier in Blasen von Grösse 
eines Hirsekorns bis zu der einer grossen Linse, die klares 
Serum enthielten, ohne vorangegangene Schweisse und be 
sonders stark auf Brust und Bauch, ohne dass übrigens sein 
Erblühen und Verschwinden von irgend einem bemerklichcn
	        
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