Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Psychiatrie. 11*1 
kein der Extremitäten gehabt, hatte jedes Getränk verweigert 
und nicht mehr deutlich sprechen können, was bis gegen Mor 
gen stündlich stieg. Am 14teu früh fand H. Pat. bereits ago- 
nisirend und musste den nahen Tod verkündigen, der jedoch 
erst gegen 9 Uhr Abends ei»trat. Die Untersuchung des Un 
terleibs wurde gestattet und 24 Stunden nach dem Tode vor 
genommen. Die Leiche war schlecht genährt, der Unterleib 
eingefallen, ohne Todteullecke und ganz geruchlos. Das Ge 
sicht zeigte eine Ruhe und Heiterkeit, wie man sie früher im 
Leben nie beobachtet hatte. Hei Eröffnung des Unterleibes 
gewahrte man nichts von einem Gase. Nach Zurückschlagen 
der Bauchmuskeln erschien das Netz wie ein schwärzlich dün 
ner Flor, von dein die zusamuiengcfallenen Därme nur halb 
bedeckt w'aren. Die Leber war wenigstens noch einmal so 
gross, als gewöhnlich, hart, carcinomatös und auf den Flächen 
mit kleinen harten Knoten wie iibersäet. Die Farbe dersel 
ben war, wie der Yerf. früher nie gesehen, nicht allein äus- 
serlich, sondern auch durch die ganze Substanz gelb, wie eine 
reife Citrone, ohne dass sie irgendwo eine Eiterhöhle hatte. 
Die Gallenblase war ganz bis auf eine 1 ’/o Zoll lange bläu- 
) liehe Haut verschwunden, in der sich ungefähr */ 2 Quentchen 
einer theerartigen, schwarzen, klebrigen Masse fand. Der Gal 
lengang war mit hartem, schwarzem Stoffe verschlossen. Der 
Magen war widernatürlich klein, sonst aber bis zum untern 
Magenmunde gesund, an dem man eine 2'/ 2 Zoll lange und 
*4 Zoll dicke, harte, krebsartige Suhstanzvermehrung sah, die 
bis ins Duodenum ging. Diess selbst war bei seinem Anfänge 
gegen 1*4 Zoll so verengt, dass kaum eine Federspuhle hin 
durch drang, hierauf erweiterte es sich wieder gegen 5 Zoll 
lang etwas, doch war es nicht so weit, wie im natürlichen 
Zustande; von dieser Erweiterung an verengerte es sich wie 
der, so dass es kaum die Dicke der Hälfte eines Gänsedarms 
hatte und gleichsam einen weisslich aussehenden dünnen Strick 
bildete, der bis ins Jejunum ging. Die weitere Untersuchung 
ergab, dass Jejunum und Ileum sich der ganzen Länge nach 
> bis zum Coecuin in einen dünnen, weissen, glänzenden Strick 
wie das Duodenum verwandelt hatten. Die innern Flächen die 
ser beiden Därme lagen so nahe an einander, dass kaum ein 
Gänsekiel in die Darmhöhle, die an mehreren Stellen durch 
schnitten wurde , eingeführt werden konnte. Die sämmtlichen 
Häute des Dünndarms waren ausserordentlich verdickt und die 
Villosa mit zähem, gallertartigen, weisslichen Schleim über 
zogen. DasCoecum hatte natürliche Weite, sah aber schwärz 
lich aus, doch waren die Häute desselben nicht mürbe. Der 
Inhalt bestand ebenfalls aus schwärzlicher, zäher, theerarti-
	        

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