Full text: (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Medidnische Physik und Chemie. 
sauer, am 7ten aber hellgrüngelb, mit leichter Wolke und mit 
telsauer. 8) Ein etliche und 30 Jahre alter, seit längerer 
Zeit etwas keuchender Mann erkrankte am 15ten März an 
Fieber mit nachfolgender Pleurobronchopneumonie. Der Urin 
war am 17ten grüngelb, fast hell, neutral, am 18ten hellgell), 
wenig sauer, am 19ten hellgelb, mittelsauer, am 20sten eben 
so, und ■ebenso am 21sten bis 25sten, an welchem letzteren Ta 
ge einige Mercurialaffection zugegen war. Pat. hatte wegen 
gastrisch-hepatischer Affection Calomel bekommen. 9) Am 
2ten Mai erkrankte eine 40jährige Frau an Fleuropneumope- 
ricarditis. Am ölen war der Urin ziegelröthlich, trübe, mit 
bedeutendem Bodensatz und rcagirte stark alcalisch. Am 6ten 
war er roth, trübe, mit bedeutendem rothem Bodensätze und 
mittelsauer, am 8ten roth, trübe mit weissröthlichem Boden 
sätze, alcalisch. Am 9ten früh starb Pat. Aus dem Mitge- 
theilten ergiebt sich: 1) während der Fieberhitze ist der Urin 
concentrirter, er enthält mehr Farbstoff und Säure, wohl 
grösstentheils Harnsäure, hat daher höhere Färbung, wird oft 
trübe und salzig, wobei jedoch die über dem Satze stehende 
Flüssigkeit nie ganz klar ist; er enthält zugleich, in der Re 
gel, mehr Harnstoff (die fettigen Schuppen) und Schleim. 
Diese ganze Beschaffenheit wird in demselben Verhältnis aus 
gesprochener, in dem das Fieber bedeutender ist und wird. Zwei 
felsohne trägt der rheumatische Character etwas zur höheren 
Säuerung bei, doch prüfte R. den Urin oft auch in andern 
Arten von Fieber, z. B. in dem mit Abdominaltyphus ver 
bundenen, und fand ihn fast immer sauer. 2) In seltenen Fäl 
len verändert sich der Harn während des Fiebers fast gar 
nicht, reagirt nicht sauer, selbst alcalisch. Letzteres scheint 
am meisten vorzukommen bei alten Leuten (bei denen der 
Harn meist im gesunden Zustande alcalisch, oder wenigstens 
neutral ist) und wo der Urin unverhältnissmässig viel Schleim 
enthält. 3) Mit Abnahme des Fiebers verändert sich der Harn 
in der Art, dass er die höhere Färbung verliert und dass er 
ein mehr oder weniger bedeutendes, schweres, weissrosen-bis 
ziegelrothes Sediment hat, über dem die klare Flüssigkeit 
steht. Diese Beschaffenheit hat der Harn nur einen oder 2 
Tage lang. Mit Erscheinen derselben ist das Fieber bestimmt 
gebrochen und sie wird in so fern mit Recht critisch genannt. 
Wo diese Beschaffenheit in heftigen Fiebern nie eintritt, ist die 
Voraussage zweifelhaft, eher schlecht, als gut und die Krank 
heit wird entweder chronisch, oder endet tödtlich. 4) Nach 
Erscheinung des critischen Urins, die an keinen bestimmten 
Tag gebunden ist, wird ein wässeriger, kaum gefärbter, klarer, 
unbedeutend, selbst gar nicht saurer Harn in grösserer Menge
	        
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