Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Medicinische Physik und Chemie. 
sten Tage der Krankheit mehr oder weniger hell und reagirte 
ausnehmend sauer. In einem dieser Fälle blieb er auch spä 
ter hell, wurde nur blasser und zeigte ein unbedeutendes 
Wölkchen, in den zwei andern Fällen trübte er sich lehmar- 
tig, bekam einen bald mehr, bald weniger voluminösen Satz, 
und behielt fortwährend die stark saufe Reagenz. Der trübe, 
lehmartige Harn zeigte gewöhnlich vom 4ten, 5ten Tage an, 
manchmal auch erst später, einige Tage hindurch einen oft 
sehr voluminösen schntutzigweissen, öfter noch rosen- bis zic- 
gelrothen Satz, blieb aber dabei trüb und reagirte immer sehr 
sauer. Erst als das Fieber völlig nachliess, wurde der Urin 
klar über dem Bodensatz, die über letzterem stehende Flüssig 
keit war dabei gelb oder grünlich, der Bodensatz schwer 
flockig, weiss oder röthlich und in dem Grade voluminöser, 
als der Harn während der Stärke des Fiebers höher roth und 
stärker lelunartig trübe gewesen war. Nur einmal, bei einer 
50jährigen robusten Frau mit Pneumonie vorne oben und 
mitten rechts, trübte sich der erst hochrothe und sehr saure 
Harn nie, er wurde nur täglich blässer, bekam bei sonst voll 
kommener Klarheit ein leichtes Wölkchen und war dabei bald 
mehr, bald weniger sauer. Der Bodensatz mit darüber ste 
hender klarer Flüssigkeit wurde in den leichtesten Fällen wohl 
schon am 5ten, in andern und den schwersten erst am 1-lten 
Tage bemerkt, gewöhnlich nur einmal, einigemal jedoch an 
zwei Tagen. Der so beschaffene Harn reagirte sehr sauer. 
Hierauf zeigte sich der Urin ganz klar, ohne Satz, hellgelb, 
grünlich gelb, unbedeutend sauer reagirend, er war wieder wie 
im gesunden Zustande. In den bei weitem häufigsten Fällen 
stieg die saure Reagenz mit der höhern Färbung; doch geschah 
diess nicht immer, da einige Male auch ein blässerer Harn stark 
und ein höhergefärbter wenig sauer reagirte. Der höher gefärbte 
sedimentöse und sehr sauer rcagirende Harn hatte fast immer auf 
der Oberfläche fettig aussehende, matt glänzende Schuppen, oft 
selbst vollkommene Fetthaut, die sich, wenn man das Glas neigte, 
an die Seiten ansetzte. Diess Fetthäutchen stand in der Regel, 
doch nicht immer im geraden Verhältnisse zur Säure des Harns, 
indem einigemal ein sehr saurer Urin es im geringen und 
ein schwächer saurer es im höhern Grade zeigte und selbst 
einmal bei alcalischcr Reaction diess Häutchen zugegen war. 
In dem tödtlichem Falle einer decrepiden 50jährigen Frau 
(Pleuropneumonie mit gastrisch-hepatischem Antheil) war der 
Harn immer braunroth, halb durchsichtig, nicht lehmartig, 
ohne Bodensatz und theils stark, tlieils im mittlern Grade sauer 
gewesen. In 9 Fällen zeigte der Urin in verschiedenen Zeit 
räumen nentralische, oder alcalische Reagenz. 1) Der eine
	        
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