Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 16 = 1841, No 1-No 8)

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Medicinische Physik und Chemie. 
dass nur Venen den Eiter der Parotis resorhirt und durch 
Hinführung desselben zum Herzen den Tod bedingt haben. 
[Med. Zeit. v. Vereine f. Heilt:, in Pr. 1840. No. 40.] 
II. Medicinische Physik und Chemie. 
2. Beobachtungen über den Urin mehrerer an 
rheumatischer Entzündung der Respirationsor 
gane leidender Kranken; von Dr. Roesch in Schwen 
ningen. (Aus dessen Berichte über die herrschenden Krank 
heiten in seinem Bezirke wahrend des ersten Semesters d. J. 
1840.) Der Yerf. hat 30 erwachsene Kranke aufgezeichnct, 
bei denen er den Urin während des ganzen Verlaufs der Krank 
heit, grüsstentheils täglich und selbst zweimal täglich, bei Ei 
nigen zwar nicht täglich, .aber doch oft in den verschiedenen 
Zeiten der Krankheit besichtigt und mit Lacmus- und Cur- 
cumapapier geprüft hat. In s den meisten übrigen Fällen un 
tersuchte er den Urin nur ein- oder zweimal und er nimmt 
hier auf diese Fälle keine Rücksicht, weil aus ein-oder zwei 
maliger Untersuchung kein Schluss zu ziehen ist. In den 30 
Fällen aber war das Ergebniss folgendes: in 21 Fällen rea- 
girte der Harn vom Anfänge bis zum Ende der Krankheit 
sauer und zwar war die saure Reagenz gleich anfangs be 
deutend, nahm zu mit Zunahme des Fiebers, und war am stärk 
sten in den ersten Tagen der Abnahme des Fiebers, etwa vom 
6ten bis 14ten Tage, sodann, wenn die Besserung ganz ent 
schieden war, war die saure Reagenz unbedeutend, wie bei 
Gesunden, gewöhnlich selbst noch schwächer, als bei letzteren. 
Dabei war der Urin nur einmal, bei einem jungen Menschen 
von 15 Jahren mit leichter Bronchitis und geringem Fieber, 
vom Anfänge an die ganze Krankheit über blass, gelb, hell, 
zu Anfänge mit ganz dünnen Wölkchen, dabei sehr sauer. 
In allen übrigen Fällen war derselbe heller gefärbt, als im 
gesunden Zustande, vom Hellbraunen bis zum Blutrothen. We 
niger hoch gefärbt war er in 17 Fällen, hoehroth in 3 Fällen. 
Der frisch gelassene, weniger hochgefärbte Harn blieb beim 
Stehen durchscheinend, ohne stärkere Trübung während der 
ganzen Stärke des Fiebers, - in 8 Fällen. In 9 Fällen trübte 
sich der frischgelassene Harn bald und sah dann aus wie 
Lehmwasser, oder wie Pferdeharn. Dieser sich lehmartig trü 
bende Urin zeigte eine stark und stärker saure Reagenz, |als 
der durchscheinend bleibende. Der hochrothe, blulrothe Urin, 
in 3 Fällen von Pneumonie mit heftigem Fieber, blieb die er- 
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