Full text: Zur Geschichte der Kieler Universitäts-Bibliothek

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Barons Alexander Julius Torquatus von Frangipani, dem, zum Verdruss des Professors 
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Kachel, die Beschreibung der Einweihungsfeierlichkeiten, welche in Schleswig 1666 
erschien, übertragen war, enthält p. 55 eine sehr kurze Notiz über die Universitäts 
bibliothek ; ein kurzer' Bericht von den Processionen bey Inauguration der newen 
Holsteinischen Academia, Schlesswig 1665, 4., berührt die Bibliothek nicht. 
Der vierte der Bibliothekare an der Kieler Universität, Sebastian Kortholt, 
schrieb 1705 eine Dissertation oder richtiger ein Programm de bibliotheca aeademiae 
^Kiliensis, durch welches er alle Literaten, besonders die academischen Bürger zum 
Besuch der Kieler Universitätsbibliothek einlud. Diese Schrift von sechszehn Quart 
seiten giebt kurz Auskunft über diese Büchersammlung, mit der man auch die Globen 
das Astrolabium und andere astronomische Instrumente verband, welche der Kenner 
der Astronomie -Heinrich von Qualen 1667 der hiesigen Universität geschenkt hatte. 
Im Jahre 1709 liess Seb. Kortholt ein zweites kürzeres Einladungsprogramm drucken, 
welches theils eine Wiederholung, theils einen Nachtrag des erstem enthält. 
In dem Thesaurus epistolici Lacroziani T. I, Lipsiae 1742, 4., finden sich 
p. 139 in einem Briefe des Kieler Professors Albert zum Felde, Kiel 16. Septbr. 1718, 
und p. 272 in einem Schreiben J. L. Mosheim’s, Kiel 1. Novbr. 1717, einige allgemeine 
Aeusserungen über die Werthlosigkeit der Handschriften der Kieler Universitäts- ^ 
bibliothek. 
Von den Sermones de tempore oder Gelegenheitsreden, die der siebzigjährige 
Professor, Oberconsistorial- und Kirchenrath Phil. Fr. Hane 1776 drucken liess, ward 
die erste am 5. October 1765, also an dem Tage gehalten, an welchem die Jubelfeier 
der am 5. October 1665 gegründeten Universität hätte stattfinden sollen, sie unter- . 
blieb wegen der zerfallenen Baulichkeiten der Universität und deren Bibliothek und 
wegen des hohen Alters einiger Lehrer. Zu Anfang des Jahres 1766 kam von 
Petersburg der Kaiserliche Befehl und die Allerhöchste Geldbewilligung zu dem Neubau 
des academischen Gebäudes, welches auch die Bibliothek aufnehmen sollte. Hane 
drückt darüber seine Freude in seinem vierten Sermo aus. Das neue Universitäts 
gebäude ward am 30. October 1768 eingeweiht und Christiani hielt die Einweihungs- x 
rede, welche wenige Nachrichten giebt. Wichtiger sind die Mittheilungen von Hane 
in der „zehnjährigen Glückseligkeit der Cimbrischen Musen bei der Vormundschaft 
Catharina II,“ Kiel und Hamburg 1772, 4.; er erwähnt „die ansehnliche Gesellschaft 
von todten Lehrmeistern“ (die Bibliothek) S. 91—100. 
Nicol. Herrn. Schwarz, Pastor in Grube, giebt in seinen gesammelten Nach- 
richten von der Stadt Kiel im Holsteinischen, herausgegeben von J. H. Fehse, Pastor 
in Hemme, Flensburg 1775, 8., S. 252 — 57 und S. 310 —14 Auskunft über die Uni 
versitätsbibliothek. Schwarz, der erst im drei und sechszigsten Jahre Prediger wurde 
und 1750 starb, hatte sieben Bände Ephemeriden geschrieben und im siebenten oder 
dritten Band des dritten Theils Nachrichten von Kiel gegeben. Fehse, der bekannt
	        

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