Full text: Zur Geschichte der Kieler Universitäts-Bibliothek

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einkommen können, dadurch viele Bücher verloren und nichts als leere Repositcyien * 
und die Ketten ohne Bücher hinterlassen worden. Wie aber M. Adamus Caesar als 
Rector zu Bordesholm angetreten, sey ihm bei seiner Ankunft kein Inventarium ein 
geantwortet, ja gar die Schlüssel der Librairie verlohren und dieselbe verschlossen 
gehalten worden, bis er nachgehends speciali mandato eine richtige Designation dar 
über verfasset und den Rest in Ordnung gebracht. Ob auch der vielfältige Krieg 
und die unbedachtsamen jungen Knaben oder unverständiges Gesinde die bunt- 
gezierden pergamenen Bücher zu Spinnwocken, Phrases- und exercitien-Bücher ver 
wandt haben, stellet man der Praesumtion dahin.“ 
Die Gottorfer Bibliothek, also auch die dahin aus Bordesholm gebrachten 
Bücher gingen für den Herzog mit dem Herzogthum Schleswig verloren. DieSÖ 
Bibliothek ward 1749 nach Kopenhagen gebracht und grösstentheils der grossen 
Königlichen Bibliothek einverleibt, einige Bücher kamen in die Königliche Hand»- 
bibliothek, andere nach Soröe, einige an die deutsche Kanzelei 8 ). 
Von den gedruckten Büchern, welche 1665 bei der Stiftung der Kieler Uni 
versität, von Bordesholm in die Kieler Universitätsbibliothek gekommen, nennt Seb- 
Kortholt in seiner ersten dissert. de bibliotheca academ. Kil., Kil. 1705, p. 4, und 
Christiani in seiner genannten Rede von 1785 nur das Catholicon »Johannis de janua; 
Kortholt* und Schwarz geben irrthümlich als Druckjahr dieses seltenen Werkes 1409 
an, was schon Christiani und Bolten berichtigten. Ebert hat diesen seltenen Druck 
des Lexikons »Joh. de Balbis von Genua in seinem Bibliographischen Lexikon unter 
Janua genau beschrieben. Am Schluss vor dem Verzeichniss der Rubriken stehen auf 
der Stirnseite des vorletzten Blattes folgende patriotische Worte, die ich mit Auf 
lösung der Siglen in alter Druckweise gebe: Altissimi presidio cujus nutu infantium 
lingue fiunt diserte. Qui que numerosepe parvulis revelat quod sapientibus celat. 
Hic über egregius catholicon dominice incarnacionis annis MCCCLX Alma in urbe 
maguntina nacionis inclite germanice. Quam dei elemencia tarn alto ingenii lumine. 
dono que gratuito. ceteris terrarum nacionibus preferre illustrare que dignatus est. 
Non calami. stili. aut penne suffragio. sed mira patronarum formaruin que concordia 
proporcione et modulo impressus atque confectus est. 
Hinc tibi sancte pater nato cum flamine sacro. Laus et honor domino trino 
tribuatur et uno Ecclesie laude libro hoc catholiee plaude Qui laudare piam semper 
non linque mariam deo gracias. 
Nach Ebert ist dieser Mainzer Druck von Guttenberg. Das etwas undeutliche 
L vor X in der Jahrzahl, die MCCCC1X ähnlich sieht, hat Einige verleitet, den Druck 
früher zu setzen. Die Kieler Universitätsbibliothek hat eine schöne Pergamenthandschrift * S. 
8 ) Vergl. Werlauff histor. Efterretninger om det störe kongelige Bibliothek. Kjöbenh. 1825. 
S. 175. *
	        
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