Full text: Zur Geschichte der Kieler Universitäts-Bibliothek

der Curatel die Benutzung mehrerer Actenstüeke der neuern Zeit gütigst gestattet 
Von der Abschrift des Curriculum vitae Sam. Rachelii, welche die Universitätsbibliothek 
besitzt, ist das Wichtigste, wie schon e:wähnt worden, im Archiv für Staats- und 
Kirchengeschichte der Herzogthümer B. 1 u. 3 gedruckt. Die Arhenae Cimbricae des 
Bibliothekars Joh. Christoph Hennings, deren Original die Universitätsbibliothek hat, 
welches von mir in verschiedenen Jahrgängen der Universitätschronik benutzt ist, 
geben bis zur Mitte des achtzehnten Jahrhunderts besonders die Biographien der Kieler 
Professoren nach den verschiedenen Facultäten und also auch die der Bibliothekare. 
Schwarze’s und Fehse’s handschriftliche Sammlungen-sind schon erwähnt worden. 
Die Kieler Universitätsbibliothek bis zur Verlegung nach dem 1768 
eingeweihten neuen Universitätsgebäude. 
Die Frage, ob die Universität, welche der Herzog Christian Albrecht nach 
dem Wollen seines Vaters, des Herzogs Friedrich’s III. stiften wollte, in der Stadt 
Schleswig oder in Kiel zu errichten sei, ward, zum Unwillen mancher Schleswiger, 
auf den Wunsch Kiels und, wie man annehmen darf, aus andern Gründen zu Gunsten 
des letztem Ortes entschieden. Der Historiker Ulrich Petersen (f 1735) war nicht 
zufrieden mit dem Lobe, welches Torquatus von Frangipani, der Verfasser der In 
augurationsschrift .der Universität, der Stadt Kiel reichlich gespendet hatte. Das Capitel 
aus Petersen’s sonst ungedruckter Beschreibung, welches diese Frage behandelt, ist 
in Falck’s Magazin B. 10, S. 628 — 639, gedruckt worden. Die Stadt Kiel errichtete 
hinter der Klosterkirche die nöthigen Baulichkeiten für die Universität, wozu der 
Herzog das Holz liefern Hess. Obgleich wir drei kurze Beschreibungen der alten 
academischen Gebäude haben, von Caeso Gramm in seinem Chilonium, novus Hol- 
satiae parnassus, der 1665 erschien, aber schon vor der Einweihung der Universität 
geschrieben wurde, von Rachel in seinem Leben und von Hennings in seinem Athenae 
Cimbricae, so ist es dennoch nicht wohl möglich, das Einzelne genau zu bestimmen. 
Die Universitätsbibliothek war, so dürfen wir annehmen, in einem der obern Räume 
des academischen Gebäudes bei der Klosterkirche. In diesem Raum waren, wenn 
auch nicht gleich anfangs, doch um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts, sieben 
kleine gesonderte Büchersammlungen aufgestellt. Den Stamm der ganzen Sammlung 
bildete die 1665, bei Stiftung der Universität, noch in dem ehemaligen Bordesholmer 
Kloster 2 ), an dessen Stelle 1566 ein Gymnasium errichtet ward, vorhandene Bücher- 
2 ) Ueber das ehemalige Kloster oder Stift der regulirten Chorherrn Augustiner Ordens, 
welches um 1328 von Neumiinster nach llordcsholm versetzt ward, gab der landeskundige Pastor 
Kuss in Fulck’s Magazin 11. 8, S. 264 u. folg., 1), 9, S. 67, und im neuen Magazin 11. 6, »S. 91, 
genaue Nachrichten Die Kegeln des Neumünsterschcn Klosters hatte schon 1228 das Kloster 
dascnitz in Pommern angenommen; mit dein 1386 zu YVindesheim bei Zwoll gestifteten Kloster
	        

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