Full text: (12. Jahrgang)

fnaben, der am Sonntag vorher auf feinen dringenden 
Wunfch (Johannes) getauft worden war, feit längerer Zeit 
franf und fehr pflegebedürftig war. Sine Beruhigung war 
e3 mir, daß unfer Arzt, der nochH am legten Abend unfer 
Saft war, meinen Mann aufforderte, ihn inz Hofpital brin- 
gen zu Iajfen, wozu am nächften Morgen foagleidh VBorberei- 
tungen getroffen wurden. Dort ijft der Knabe fhon in der 
folgenden Nacht heimgegangen. Wie froh maren wir, daß er 
ein Schäflein Chriftt geworden war! 
Da3Z Heine LendHen mußte Herr Weberz3 Waffermann 
berforgen, der unz während jeines Herrn AWbmwefjenheit hin 
und miecder Hülfe Neiftete. + 
Später alz e3 meinem Mann lieb mar, beftiegen wir 
unfere Pferde und ritten 61% Uhr in die {Hhöne fonnbeftrahlte 
SGotteswelt hinaus, um nach 31.{tündigem Ritt alücklich in 
Sulu einzutreffen, wofelbjit wir durch Sefang und Ehren- 
pforte begrüßt wmurden, wie auch in den meijften der andern 
Dörfer, Leßterez war dem Umftande zuzufchreiben, daß die 
Chriften zum erftenmal den BefuchH ihrer neuen „Ma“ erwar- 
teten, mas befonder3 den FJrauen und Kindern reizvoll zu 
fein {Oien. In Suku verfolgten lebtere midh auf Schritt und 
Tritt und umgaben mich, wenn ih vor der Kapelle, unferm 
WohHnorte, faß. Sroße Freude machte es ihnen, wenn ich 
ihren Spielen zufah, und noch größer wurde der Yubel, als 
mein Mann mit ihnen im Kreife fpielte. Während legterer 
auf TZaubenjagd ausging und ich mit den Kindern an einem 
romantifdhen Plägcdhen an einem Bache jaß, kam mir zum 
erftenmale hier in Indien eine lebendige Schlange in den 
Weg. (Tote wurden mir Häufig auf unferer Station gezeigt.) 
‚  Gebhr vermundert war ich beim Anblick der langen Ka- 
belle des Dorfes, und groß mar mein Erftaunen und meine 
Freude, als fie am Sonntag fafjt ganz befegt war. (Vor kur- 
zer Zeit wurde neben dem Altar ein Tiger gefOhoffen.) An 
dem Tage hörte ih foviel ODdiya wie noch nie an einem an- 
dern und war fchließlich froh, daß der Wbend mich davon be- 
freite, fo dankbar ich im ganzen für die reichlidhe Gelegenheit 
zum Lernen war; denn alz Hausfrau wird man oft mehr 
alz münfdhenzZmwert davon zurücgehalten. Mein lieber Mann 
freut fih immer, wenn ich fleißig lerne. 
Am Montag machten wir ung früh nach) SGodri auf den 
Weg. Mein Mann murde auch hier fajt den ganzen Tag 
durch Prediaen, Taufen, Prüfen der Schulkinder, Streit:
	        
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