Full text: (12. Jahrgang)

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recht 1Oh5n, und 10 wurde e3 recht {pät, ebe wir unjre erfte 
Station, Doliambo, erreichten. Dafür wurde mir dort gute 
Pflege zuteil. SO durfte den Tag bleiben und abends Teate 
ic mich wieder in den Ochfenkarren. “Zangfam froch der Och- 
jenwagen durch die Nacht dahin, fangjam frochen die Stunden 
und ich hatte doch den Preis für jcOhnelle Ochfen bezahlt. Zum 
Sfüc ging e& noch die größte Strece bergab. Wir erzielten 
eine Sefjchwindigfeit von faum einer englifjchen Meile in der 
Stunde, Die alten Tiere wurden müde und mübder, irogdem 
der Bandymann und der Koch gar freundlich ihnen zuredeten, 
Ne antrieben, fie TOhugen und ihnen die braven Schmänze 
Ichließlich Fniffen (das ijt hierzulande Sitte). Doch alles Half 
nicht, langfam und immer lanafamer ging e8 weiter im ge 
mütlichen Schritt, und ftatt um 6 Ubr MorgenS in Sunfi zu 
fein, famen wir erft um 3 ihr nachmittags dort an, nach einer 
Tour, die ich nicht wieder bergeffe. © 
Nun rudhten wir ein wenig aus, und dann nahmen wir 
die lebte Strede big Salur in der folgenden Nacht. & war 
an einem Sonntagmorgen al8 wir dort anfamen, und wie 
Itoh und dankbar war ich, nun fo weit zu fein. Die Se{chwi- 
iter pflegten mich in rührender Treue, ‚Bruder Simm wachte 
itet3 an meinem Beite, Noch atveimal befam ich fOwer Fie- 
ber, fo daß ich über eine Woche dort bleiben mußte, Dann 
ging e3 weiter nach Parvatipur. Bis Bobbili brachte mich 
Bruder Simm auf feinem Wagen, das ging freilich {One 
bormärts, Wie wunderfchön ah jeßt doch Salur aus, alles 
grünte und blühte, wo fonft alle8 in Staub gehült ift. Freund. 
fi grüßten die Berge, rechtz und lintz der Straße große 
Zamarinden, Manago- und Vampeinusbäume. Dazwifchen 
wieder Palmen und weiter in der Verne die Ihönen arünen 
Äteisfelder. 
In Bobbili beftiegen wir die Cifenbahn, die ich in bald 
zwei Sahren nicht mehr gefehen hatte. In Parbatipur ruh- 
ten wir wieder einige Tage bei den fieben SGefchwiftern Gen: 
fen, und reiften dann wieder mit ODchjen weiter nach Gunipur. 
Da war nun wieder Geduld nötig, denn wieder kam der 
Bandymann nicht und er ließ uns einen ganzen Tag warten. 
Die Reife ging durch die Stadt, und da ich diefelbe zum erften- 
male fab, jtieg ich aus und befah mir den Markt etwas. 
Wer fann dies Leben und Ireiben fchildern, das hier vor fich 
gebt; alleg durcheinander: Heilige Bettler und Büßer mil 
Heuertöpfen auf dem Kopfe, Mufikanten, Sänger, Ochfen und
	        
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