Full text: (12. Jahrgang)

einige Mijffionarinnen aus Amerika. Die meiften Pajfagiere 
haben wenig Intereffe für Religion. Sie denken nur ans 
Aımüfieren. Wir (die Bafeler und ich) Halten jeden Morgen 
unfere Andacht auf dem Bootzdeck, wo zugleich die anderen 
Baffagiere Gelegenheit haben, e3 zu hören. Wenn wir 
fingen, Jammelt fid gewöhnlich eine Schar von Zuhörern 
um ung. Leider fand geftern kein deutfcher SottesSdienft tal. 
Unjer Basler Mijfionar, der ihn übernommen Hatte, wurde 
in lebßter Stunde Frank und Konnte denfelben nicht Halten. 
Mn dem englifchen, der am Vormittag war, habe ich teil- 
genommen. Cr war nicht jehr ftark befucdht. Im ganzen 
find 268 Kajütenpaffagiere an Bord. — Bisher war e3 mir 
nicht langweilig. €3 war meine Abficht, etwas Cnalijdh zu 
treiben und diefen Borfag Habe ich auch in die Tat um- 
gefeßt. Die Gelegenheit ijt ja qünftig. Meine Zijhnachbarn 
find englifh tedende Leute. Rechts fit ein indijcher Herr 
au8 Xolombo, der fiH 2 Kahre in London aufgehalten hat, 
(inf3 von mir 3 amerifanijhe Mijfionarinnen, von denen 2 
nach S$ndien hHinauzgehen. Sie gehören zu den Kanada- 
Baptijten. Miffionsleute bilden überhaupt Die Majorität an 
unfjferm Tifche, nämlidh 8 von 12. 
Auf dem Wege nach Indien! Ich fafjfe eS kaum. Wie 
herrlich, daß bald daz Land erreicht ijt, nach dem ich fo viele 
SYahre hinausgeblidt Habe! Schön war auch die Zeit, Die 
ich in Breklum verleben durfte, in der ich auch fo viel FreunDd- 
fichfeit erfahren habe! 
Herzlichen Sruß Ihr dankbarer 
$. Städer. 
Freuden und Leiden des Distriktslebens. 
(Bon Frau Miffionar Wohlenberg-Xoraput.) 
Mein lieber Mann hHegte den Wunfch, ich möchte ihn auf 
jeiner nächjten Dijtriktsreife healeiten, worin ih mit Freu- 
den einwilligte. Al3Z am Mittwoch, den 13. September, der 
Monjum ausfebte, Ihien unZ der geeignete Zeitpunkt gefom- 
men. Sn der Hoffnung, daß am folgenden Sonnabend un- 
jere lieben Stationzgenofjfen, Herr und Frau Zimmde, von 
ihrer Reife nach Salur zurückgekehrt fein würden, wählten
	        
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