Full text: (12. Jahrgang)

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den mit Seufzen. Der Grund ift jo [Olecdht, die Mauern rif- 
fen, die flachen Dächer barften, der Regen verwandelte die 
Stuben zu Seen, die Wände zu grünen MooSbänken, Genug, 
wir mollen ja weiter; hinter dem Haus liegt in der Ede die 
Küche und das Haus für den Koch, aber weftlicdh vom Haupt- 
Haus liegt die Mädchenkoftfhule, für unfre „Bordingkinder“. 
In zwei Räumen, die zu Schlaf-, WohHn- und Arbeitsräumen 
dienen, wohnen die Mädhchen; nacht3Z rollen fie die an den 
Wänden hängenden Matten auf dem Boden auseinander und 
liegen ohne Kopfkiffen auf denjelben. Mit den Hähnen ftehen 
die Mädchen auf und Sefang folgt auf GSefang. Die Heinen 
Plappermäuler find den ganzen Tag in Sang und wie hüpfi 
und fprinagt dasz junge, elaftifdhe Volk in den Freiftunden 
durcheinander! Wir gehen nun über die Straße hinüber in 
den eigentlichen Miffion3hHof. Wir überfdhreiten eine Meine 
Brücke. Mächtige Zamarindenbäume befjchatten die ganze 
Srenze ringsherum. Früher gab e3 viele Mangobäume 
(Bilaumen), aber die find alt geworden, wie die jungen Miffi- 
onare, die die Station angelegt. Steich rechts am Singang 
grüßt uns ein Gehöft mit gewölbtem CEinganastor, über dem 
die Worte jtehen: „Induftriefchule.”“ Draußen vor im Schat- 
ten hantieren 8 oder 10 Tijchler, meift junges Blut, an der 
Erde herum, Hobelnd, fägend, Kopfend; alle Möbel, alle Zü- 
ren und Fenfter und mancheS Gute ijt Hier für die ganze Mif- 
fion gemacht worden, ehe e3 in Korabut eine Indufiriefhule 
gab. Hinter derfelben liegen, mit großer Mühe hergeftellt, die 
Semüjegärten der Miffionare, von Bambushecken umgeben. 
Kommen wir im Sanuar, dann gibt’3 in denfelben Surfen ung 
Bohnen, Tomaten und Blumenkohl und 25 andre [höne Sa- 
chen, aber im Mat etwa fann man das Gemüje mit der La: 
terne fuchen und findet nur felSharte Erde. Auf dem [Hatti- 
gem Wege, wie unter.einem Gewölbe hinweg, fHhreiten wir 
dem Haufe zu. Ich weiß noch, mie dieje Bäume fo Hein wa- 
ren, daß wir Dornen umbinden mußten, damit die Ziegen fie 
nicht zertraten, die diebifcher Weife unfer Gehöft heimfuchten: 
Lang, lang ift’3 her. Da liegt daz Haus! Wir fteigen Die 
breiten Steinftufen zur Veranda hinauf, recht mohnen Schul: 
ze8, linfg Gimms; früher, e$ i{t (ange her, wohnten recht$ Die 
jungen Chefeute BothHmann, links die Pohls. Hier auf der 
Vorderveranda wurden die erften Gottesdienjte gehalten, hier 
die erften Chriften getauft, der Martin und der Yofua, und 
mun ift die Zahl der Chriften in die vielen Hunderte aeaanaen.
	        
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