Full text: (12. Jahrgang)

ihnen {tille genähert hatte. Nıln trat er hervor und fragte fie 
nach) dem Inhalt der gehörten Lieder und Sejpräche, Dieje, 
durch die Freundlichkeit des Alten ermuntert, erzählten ihm 
alles, mas fie mußten, auch, daß fie unten im Dorfe täglich in 
der Kunft des Lefenz, Schreiben, KRechnens von eingeborenen 
Lehrern, die auch Chriften feieh, unterrichtet würden, 
„Bringt mit doch mal das Buch mit und leit mir daraus 
vor,“ bat er die Kinder beim Abfchied. . 
Sie famen wieder und brachten das Neue Tejtament mit, 
nd [afen idm die Heilige Bafjfionsgefchichte vor und anderes. 
Das war dem alten SPriefter, der mit Ernft feine Heilig- 
ung fuchte, zu Herzen gegangen. Sr ließ fich durch die Kinder 
bom SKatechiften ein Neues Tejtament erbitten und forfchte 
Weiter darin. Bei einem Ipäteren Befuch fanden die Kinder 
den lieben Alten entjchlafen da, in den Händen daz Neue 
Teftament, zu feinem Haupte ein gezeichnetes Kreuz. 
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Was verachtet Üt von der Welt, das hat 
Gott erwählet. 
Manoramabai, die Zochter der bekannten Pandita Ra- 
mabai, erzählt: „Bei ung in Mulkti haben wir e8 oft erlebt, 
daß Gott in die Tiefen geht, wenn Er fegnen will. Seit über 
20 Jahren arbeitet meine Mutter an dem armen verachteten 
weiblichen Gefchlechte. Die Stau {ft in Indien fein wilfoır- 
mener Saft, wenn fie Mutter mehrerer Söhne geworden ift, 
duldet man fie eben im eigenen Heim. Aber man vermißt 
fie nicht nach ihrem ode. Das lieblidhe Wort „tomm“ Hingat 
Deshalb {o munderlich in ihren Ohren, weil fie nur an daz 
harte unbarmherzige „gebh’ fort“ gewöhnt ijt. 
Die Lebensfchickfale- Unferer gefammelten Mäddhen und 
Kinder find vielfach die überaus traurigften.. Wir haben eins, 
vor. Deren Geburt man den Eltern einen Sohn prophezeit 
hatte... ‚Als das Kind geboren wurde, war e3 „nur ein Mäd- 
en“, da3 nun den Namen „Betrügerin“ erhielt. Die arme 
feine Betrügerin war dazu noch Häßlich, Kurzfichtig und 
Ichielte. 3 ließ fi [Omwer ein Mann für fie finden, keiner 
hatte Zuft, den Handel 3U machen. Endlich fand fich ein alter 
Mann, dem fie nun nad) der traurigen Zeit im Elternhaufe 
übergeben ward. Schon nach einem 14 Sahr itarb sr unin
	        
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