Full text: (12. Jahrgang)

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Iprache nicht verftehen! Seffen kriegte in noch feOnell abge- 
fAnitten und arbeitete mit ihm herum, biz der fOmwarze Mann 
die Augen noch einmal aufmachte und das Herz wieder zu 
fOlagen anfing. Da eilten unfere Brüder fort. Die Sachen, 
welche fie nun nicht mitbelommen fonnten, ließen fie im Schuß 
der Oft-Afrika-Gefelichaft z3urüd, damit diefe fie ihnen {päter 
nachjenden möchten und fie machten fich auf den Weg nach 
dem Uhalande, Frau Anderfen und ihr Kind murden in 
Hängematten getragen. Aucd Bruder Bock mußte fi dazu 
bequemen fjich in eine Hängemttte zu legen, denn er war gar- 
nicht fo wohl, die Gibe, die enge Wohnung, Afrika hatte e3 
idm angetan. Auf fOhmalen Hußpfaden, durch mannsShohes 
@Gra8 ging der Weg. Da brach ein Regen 198, wie ihn nur 
bie Zropen fennen; und fehrte oft wieder. In den Hänge- 
matten lagen die RNeifenden wie in gefüllten Badewannen. 
Bock verfuchte mit Seffen und Anderfen zu wandern, fnietief 
ging e& manchmal durchs Waffer, daz naffe Graz DdurHnäßte 
ihr dünnes Zeug. An jedem Tage machte man fo etwa 20 Alm. 
in 6 Stunden; e8 müffen dann die Zelte zum VNebernachten 
aufgefdlagen werden und Holz gefammelt werden zum H0= 
fochen. Welch ein Wirtwarr! 3—4 Tage werden fie {0 big 
Urambo gereift fein, mo {fie erfimal wieder bei Sefdhwiftern 
von der Brüdergemeinde freundliche Aufnahme und Unter: 
Funft fanden, Frau Anderfen wird hier mit ihrem Kinde 
bleiben, bi in Ubha ein Haus gebaut ift, oder eine Hütte und 
fie nachgeholt werden fann. In Urambo ereilte unfern Bruder 
Bod, (f. Bild „Unfere jüngften Miffionare“) das Malariafie- 
ber. 3 Tage und Nächte lag er im wüfteften Fieber und Sefjen 
pilegte ihn. Das ift immer unfere erfte Arbeit im fremden 
Lande gewefjen. Als fie irieben, war Bock beffer. Nun 
haben wir Lange nichts gehört und wir nehmen deshalb an, 
daß fie weiter gezogen find und da fönnen wir ja feine Nach- 
Ticht haben, denn die Pojtverbindung ift fümmerlich. Das Uha- 
land, wohin fie ziehen, ift ein hochgelegenes, wafferreiches, 
fruchtbares Qand; und die Leute, diefe Waha, find Hübfed, 
fchlant, garnicht {9 negerhaft mit aufgeworfenen Lippen und 
plattgedrückten Nafen. Wir wollen aber alle in großer Treue 
für unfere Afrikamiffionare beten, daß Sott fie behüte vor 
Schlangen und wilden Tieren, vor böfen Menfchen und vor 
Krankheit. Der Anderfen, den ihr auf dem Bild feht, das ijt 
nicht der Nicolai Anderfen, der in Afrika die Bionierarbeit 
tut, fondern das ft unfer Anders Anderfen. der im Sitober
	        
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