Full text: (12. Jahrgang)

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gehörige „Außenftiation“, die heißt Boriguma, da fchliefen 32 
Mann, oben 28 in einem großen Raum, unten 5. MandHmal 
fommt noch ein3 oder zwei oder 17 abends und fragen: „WM, 
wir haben uns nicht angemeldet, {ft wohl noch irgendwo ein 
lag für ung ?“ Merkwürdig, als ob die Wände aus Gummi 
wären, e3 findet ich immer noch ein Plas, aber wenn dor 
Heroldlefer Lommt zum Fefjt, Ihr meldet Such fchon Lieber DoT- 
her beim Heroldonfel an, oder wollt Shr mal ganz für Cuch 
felbft zu uns Lommen ? 
Da {ft die Schule in Frdt., ganz im Olten. Voriges Jahr 
{ud ich fie ein. Da Haben fie nun alle Sahrmarktarojchen das 
ganze Sahr gefpart und nun am 11. Sult da erwarten mir fie 
in Breflum und ich hole fie felbjit ab, weil ich grade in der 
Nähe bin. Doch das nebenbei. 
Am Hauptfejttag, den 12. Juni, gab das ein Gefahre mit 
Wagen und ein Laufen und Dort Bofaunenfchall und hier SGe- 
jang, dort fröhliches Begrüßen, hier neue Bekanntfchaften. 
Unfere Pofaunenbläfer haben fo den ganzen Taq immer Wwie- 
der ung mit ihren Weifen erfreut, daß fie Abendz Blafen auf 
den Lippen Hatten. Die Morgenandacht wurde im Garten 
unter der alten Siche achalten. Die Kirche, um 9, war über 
voll, der zweite Gottesdienft, Der aleichzeitig in der großen 
Aula des Martineums, das ijt Des Bredigerfeminars für Ame- 
rifa, gehalten wird, war auch übervoll und überall wurde vom 
gefreuzigten, herrlichen Heiland geprediagt, und Davon erzählt, 
maz Sr für ung und welche große Taten Sr draußen unter 
den Heiden tut, Mittags gibt3 hier Weinfuppe und Bröschen, 
jo viel einer mag. Man bezahlt nach Selbjteinfjhäßung in 
die bereitftehenden Büchjen. Das große Mujeum des Milli- 
on8haufe3 ijft immer befegt. Ginige Miffionare Löften ein- 
ander in ESrflärung der Sachen ab. Draußen auf dem Feft- 
plag wird von Pajtoren und Mijfionsleuten vor einigen Zau- 
jenden geredet. Manchmal fährt ein Sijenbahnzug vorbei, 
dann wird fo lange inne gehalten. In „Waltair“, das ift ein 
Gartenhaus, hat fich der „Heroldbazar“ alfo unfer eigener Ba- 
zar, einquartiert. Da wird fleißig gehandelt. Da find die 
bielen von indifhen Frauen gehäckelten Spigen, fauber und 
fhön und die vielen von deutfchen Frauen und Mädchen ge- 
jticten, gejtrickten, gefägten, gebrannten, genähten, gemalten 
Sachen, die verkauft werden. Hier gehen ein paar IungenS 
mit großen „SGrabbelbeuteln“, woraus man fi für 10 Pf. ein 
Mndenten von Breklum herausholt. Der Sıtrag ft für die
	        
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