Full text: (10. Jahrgang)

) 
Sn einer Aoendjtunde kurz vor der Ernie kamen drei 
wandernde Bettelmönche in das Dorf. In einem etwas ab- 
feit3 liegenden Häuschen kehrten fie ein. Der arme Haus- 
wirt Nama febte ihnen daZ Befite vor, masZ er Hatte, und fie 
ließen fich nicht nötigen. Diefe Faulenzer zu bewirten, gilt 
als ein fehr verdienftvolles Werk, und Ddiejen Aoerglauben 
mijfen diefe fih gehörig zu nuße zu machen. — Die „Heiligen“ 
itellten viele neugierige Fragen und erfundigten jich eingehend 
über die Bewohner des Dorfes. So kam man natürlich fofort 
auf Lal Babıu. Kama erzählte deffen Lebensgefhichte aus- 
jührlich. Die Bettelmönche fchienen großes Interefje daran 
zu haben, denn fie hörten fehr aufmertfam zu. 
m andern Morgen wmaren die drei heiligen Männer ver- 
jomunden, aber fie hatten Hamas Sajftfreundlichteit belohnt; 
unter den aroßen Mangobaum hatten fie nämlich eine feine 
heilige Lade geftellt, welche fidher dem Haufe Mamas viel 
Sifück bringen werde. ; 
Bald redete das ganze Dorf von diefer BegebenHeit, und 
um den Managobaum Ramasz herum entjtand bald darauf eine 
heilige Opferitätte, Lal Babıu hörte auch von der Sache. Als 
ichlauer SGefchäftsmann überlegte er gleich, wie er Diefelbe 
augsnugßen fönne zum Borteil für feinen Geldbeutel. Er be- 
(Ohloß, daZ Grundftüc Ramas zu kaufen und über der heiligen 
Lade einen Tempel zu bauen. DazZ Geld und was fonft noch 
von büßenden Bilgern geopfert merden würde, wollte er na- 
türlich felbit einjteden. Doch Rama war zu fehr davon Hber- 
zeugt, Daß der Befig der Heiligen Lade und der Opferftätte 
ihm Glück bringen werde. Auch hielt er es für Sünde, die 
nun geheiligte Stätte unter dem Mangobaum an den böfen 
Wucherer zu verfaufen. So wurde aus dem Handel nicht$, 
Kama war aber doch manchmal fOmwanfend, ob er auch 
recht gehandelt hatte, denn Lak Babdu Hatte ihm eine ganz an- 
jehnliche Summe geboten. Da eines Tages kehrte einer jener 
drei Bettelmönche wieder bei ihm ein. Rama bat ihn nun 
um feinen at in jener Angelegenheit. Nach kurzem NMachden- 
fen jagte der Heilige, daß er ihm nach einem Monat fagen 
wolle, wie er fih zu verhalten habe. Inzwijchen dürfe Ra- 
ma aber feinem Menfchen erzählen, daß er wieder bei ihm ge- 
mwejen fei.. Rama verfpradh e5, und der Heilige fchlih von 
dannen. 
Drei Tage darnach ftand Lal Babıu draußen bei einen 
ornielde, defien Ertrag auf Grund einer Forderung ihm ge-
	        
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