Full text: (10. Jahrgang)

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gefonımen find, ftrömen in daZ große Gotteshauz hinein, def- 
jen Türen weit geöffnet find. Auch Ramazondro und deffen 
Vater, die beide die Bedeutung der Glocken noch nicht recht 
fennen, ziehen mit. Da fehen fie etwas ganz neues, denn 
hier ft es nicht dunkel wie in ihren eigenen Häufern nach 
Sonnenuntergang. Helles Licht umgibt fie von allen Sei: 
ten. Die ganze Kirche ift mit Kerzen erleuchtet und vorn am 
Altar jtehen fogar zweit hohe Silbereichen, — Tannenbäume 
gibt eS ja hier nicht — die ganz mit Gold, Silber und LZicht 
übergojfen find. So jedenfalls denkt der erftaunte YRama- 
z30ndro. Und dann jet der Pofjaunenchor ein, der den Ge: 
jang von fajt 2000 Menfchen begleitet. Diefe braunen Leute, 
die in Finfternis und Dunkel faßen, fingen unter dem hell- 
erleuchteten Weihnachtsbaum von dem Heiland, der in DBeth- 
(ehem auch für fie geboren ift. 
. Nun müßt Ihr nicht denken, daß unfer Freund dabei die- 
jelben erhebenden Gefühle hat wie Shr, die Ihr von Kind- 
heit an die Geburtsgefchichte unjeres Heilandes kennt und 
alljährlich fein GSeburtsfeft gefeiert habt. Hür ihn ft e3 zu= 
nächft nur ein großes Vergnügen, eine findliche Yuft, all Die- 
[e8 Wunderbare zu Jehen und zu hören. Aber er befommt 
doch immerhin eine Ahnung von der Bedeutung diejes Fe- 
teS, zumal jeßt der Miffionar auffteht, die WeihnachtZge- 
[chichte verlieft und darauf eine kurze Anfprache hält, Viel 
fann er freilich nicht verftehen. Manche Ausdrücke find ihm 
noch jo fremd und ungeläufig. Auch machen die vielen fKei- 
nen Rinder, die von den Müttern mitgebracht werden, einen 
joldhen Lärm, daß gar oft die Stimme des Mijlionar8 da- 
von übertönt wird. Doch liegt Feftfitimmung über der gan: 
zen Verfammlung, und die meiften wiffen ja auch aus dem 
Unterricht auf ihren Dörfern, um mwma3Z € ich Handelt. 
Schließlich jtehen dann noch einzelne, die größeren $oftlin- 
der, Knaben und Mädchen, auf, um einige meffianijche Weif- 
jagungen aufzufagen. Dann folgen noch einige Weihnacht3- 
lieder, und der Gottesdienit ijt beendet. Aber nicht das 
Weihnachtsfejt. 
Zunächft wird unter freiem Himmel abgekocht und zwar 
jede Wamilie kocht den von ihr mitgebrachten Reis. Dann 
werben von den Stationslehrern die Frauen und Kinder, {vo 
aut e3S geht, im allen möglidhen und unmödglichen Hütten, 
Löchern und Zelten unter Dach gebracht, während die Män- 
ner zumeilt unter freiem Himmel {Hlajen und kalt it8 im
	        
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