Full text: (10. Jahrgang)

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eben und verarbeiten, fie faufen und verkaufen, fie find ge: 
Ichict in mandjerlei netten Handarbeiten und im Handwerk, 
Wer in den Herzen diejer Leute fieht e$ gar traurig aus. 
Da Kiegt 3. B. ein todiranfer Mann in feinem Haufe, 
„Muß ich iterben?“ tönt es von den trockenen Lippen. Der 
Urst, der gleidhgeitig Mijfionar it, beugt dich nieder zu dem 
Kranken: „Jefus möchte dich zu fih nehmen. Sage an, willjt 
du?“ Moer da ruft der Angeredete mit all feiner entichwinden- 
den Kraft: „JH brauche euren Fefus nicht!“ Wohin it wohl 
jeine Seele gegangen? 
Hn einem andern Haufe liegt die Mutter am TyphusS dar= 
nieder. Aber obwohl fie ermacdhjene Töchter und einen Gatten 
und fogenannte „gute Freundinnen“ Hat, liegt fie einfam u110 
verlaffen auf Lumpen, Niemand gibt ihr einen Schluck Waf- 
jer$, un: den brennenden Durit zu Iöjden. Niemand macht ihr 
ein bequemes Sager zurecht, niemand legt eine fühle Hand auf 
die glühend Heike Stirn. Wo find fie alle, die zu diejer Merm- 
iten gehören? Aus Angit find fie weggelaufen und überlafs 
jen die Mutter ihrem Schicfjale, Da Hört die Miffionarin von 
diejer Berlafjenen. Sie geht hin, fe bettet die Kranke forg- 
Fältig, gibt ihr Arzenei, Holt einen Krug voll Wafjer und ftellt 
ihn in erreichbare Nähe, Und wie endlihH das Fieber gebrv- 
en tt, ermadt in ihr die leife Frage: „Warum tut ihr das?“ 
Uns fie Hört von Feju Liebe, von der die reinite Menicdhenliebe 
nur ein {Omwadher Abglanz Hit. Und jie bekennt: „Ya, Fefır 
Vebhre ijft jehr f{hön, Aber für midh it meine eigene Rekigion 
gut genug.“ 
Sin anderes Haus! Sin Mann wird eines Verbrechens 
befeduldigt, Teugnet aber hartnäckig. Da fejfeln ihn die Kläger 
und ftetfen ihn türkiidhen Pfeffer und andere entjeglidh {Harfe 
Bemärze pfundweije in den Mund. Diefe Folter macht ihır 
todfrank, und wenn er fih auch einigermaßen erdHolt, richtig 
gefund merden fann er nidht, 
Wollen wir nicht fir dieje, die armen Heiden: beten? 
Gerausgegeben von Miffionsfekretär BoHl in Brekkum. 
Verlag der Mifjfions-Gefelljdhaft in Breflum, 
Drud des „Sonntagsblatt fürs Gaus“ in Brekflum.
	        
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