Full text: (10. Jahrgang)

jer Mijlionar Zh. Ahrens in Nomwrangapur auf einmal in ei 
ner Entfernung von kaum 10 Meter einen Yungrigen Ziger vor 
iO auf dem Weg Hehen fieht. Br. Ahrens Hatte jein Gewehr 
mit, einer jeiner Begleiter trug e$S für ihn. Der Miann ijt 10 
erichrocken, daß ihm das Gemehr entjinkt. Br, Ahrens faßt eS, 
[adet es, legt es an, aber fhießt nicht; Jondern geht mutig, das 
Muge feit auf die Beftie gerichtet, an derjelben vorliber. Der 
Tiger Iößt ein fihauerlidhes Gceorülkl aus und geht in der entge= 
gengefeßten Richtung davon,’ 
Br. Oppermann in Korapıtt Hört vor noch fürzerer Zeit, 
daß in einem zu feinem Bezirf gehörigen Dorf die Leute nicht 
zur Abendandacht in die Schule zu gehen wagen, weil ein gru- 
Ber Bär jeden Abend das Dorf unfidher mache. So will er Hin, 
um am nächiten Sonntag dort felbhit CGotteSdienijt zu Halten und 
womöglich am Sonnabend vorher Meilter Peg das Handwerk 
zur Icgen, Er durchitreift die ganze Gegend. Spuren des Tie- 
ves genug, aber der Yär jelbit ijt nicht zu finden, .Daflir hatte 
eine Räuberbande, die dort lagerte, das Hafınpanier ergriffen 
und fo war der onnahendnachmittag doch nit ganz umfonit 
für3 Dorf gewefjen. Es it dunkel geworden, Es regnet. Br. 
Oppermann fißt in der Kapelle, auf feinem Tilh fteht feine 
Qaterne. Sin Teil der Kapelenmand ijt eingefallen, weil eS 
durchgeregnet hatte und diefe Wände ja nur aus Zehn gebaut 
ind. Der Katechet hat die Deffnmung mit einer dünnen Bant- 
buömatte verfchloffen. Eine Kinderhand vder ein Uuftzug ge= 
nügt fie zu entfernen. Oppermann fOhiebt deshalb fein Feld- 
bett dagegen, Sigentlid) tut’8 ihm leid, daß er den Bär nicht ge= 
funden, dort in der Ecke jteht die geladene Flinte. Er arbeitet 
an feiner Predigt für morgen, alle3 i{t til, nun ift er fertig, 
auch die Eingeborenen find eingeldhnfen. 2 Türen find da, fie 
merden von innen verriegelt und Bald fOLÄft der Bruder den 
Schlaf der Jugend. Plöglih fährt er auf, und fibBt audh fhon 
im Bett. Ganz diht neden ihın, nur durch diefe dünne Matte 
von ihm getrennt grunzt, Drummt, jhaufelt etwas! Das muß 
er fein. Schon fteht Oppermann auf dem Boden, die Türen 
werden beide geöffnet um im Fall einer Flucht nicht Gehin- 
dert zu fein, — Jam deidhten Nachtanzug fIhleidht er um die 
Ecke, die Dunkelheit geftattet Fein fidheres Zielen, Der Bär ift 10 
eifrig in einem Mmeijenhaufen befchäftigt, diefen aufzıumühlen, 
daß er nicht$ merkt. Der Shuß Inallt, das Tier rollt zu Opper- 
manns Füßen. Schnell wird Licht gemacht, die Eingeborenen 
ind au erwacht. Der Bär ijt tot, ein feines fIhönes Tier,
	        
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