Full text: (10. Jahrgang)

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nadındmeije der Fall. Das Meilte it Io paffend und zweck 
entipreßend, Saß wir nicht dankbar genug fein Fönnen. Tie 
Anude, daß auı nächiten Tag der Verkauf ftattfinden tönne, 
Hit wie durch drahtlofe Telegraphie im ar weit in die Gemein- 
de hineingedrungen. 
Wie {pielt ih ein folder Berkauf ab? 
Der Morgen graut; e8 ift Kalt, redht Lalt bei ung Hier auf 
unjerer Hochebene, trog Indien. Wir find im Dezember, alfov 
in der falten Zeit, und die Sonne erinnert ung nur um die 
Mittagszeit mieder daran, daß wir im Sande der Palmen Ie- 
ben. E8 graut einem ordcntlid, morgens das warme Bett zu 
verlaffen, aber e8 Hilft alles nidhts; denn mein feiner, neben 
urir liegender Bube hat mich jchon vor einer Weile am Ohr 
geaupft, was fo viel heißen Joll wie: Mana, fönnen wir nicht 
aufitebhen? So muß e8 wohl jein. Draußen im Hofe iit noch 
alles til, Unfere Leute fürchten die RNälte, die auf je einen 
ähnlich erfOlaffenden Einfluß Hat, wie auf uns die Hige, Um 
die Zeit nicht nugslos zu verbringen, fange ih an, das Zeug 
in der Weihnachtskijte zu ordönen, das durH den Verkauf am 
vorhergehenden Tage durdeinander geworfen war. Der Feine 
yranz will mir Helfen, obgleich feine feinen Finger mehr Un- 
ordnung als Drdanung fchaffen. Tut aber nicdht8; denn die 
Freude ift die Hauptfacdhe dabei. Yan ijt eS aber auch draußen 
(chendig geworden. Der Koch teilt mit, dak der Kaffee fertig 
it, Wir jebgen uns an den Zijh. Inzwilchen Hat fih jhon der 
erite Käufer auf der vorderen Veranda eingefunden und Harftet 
vernehmlich. Ya mohl, mir Hören es, Er münfcht eine Jacke für 
feinen Knaben, „Gib mir eine {OSne, warme Jacke“ {ft feine 
Bitte. „Gern, aber fie ijt etwas teuer.“ Nad langem Suchen 
— wer die Wahl Hat, hat auch die Nual — entjdeidet er fih 
für eine Totgeftreifte. Sie ift zwar nicht allzır warm; aber fein 
Herz blieb an den ihnen, roten Streifen Hängen. „Haft dır 
and) eine Müßge für meinen Sohn, eine, die man über die 
Ohren ziehen kann?“ Auch diejer Wunih wird erfüllt, Nım 
rückt er mit jeinem Ießten Wunfeh Heraus. Alles muß hÜübfh 
nach der Reihe gehen. Zwei Fliegen mit einer Klappe zu fOla- 
gen, iit zu viel verlangt. Er mödte ein Raika (Bruijt-Facke) 
für jeine Fran haben, Mit frühlidem Oruß geht er,mit fei- 
nen Schägen glücktrahlend davon, als auch dies gefunden und 
die Bahlung erfolgt war, Ich gehe an meine Hausarbeit, Doch 
ih bleibe nicht lange ungeftört. Sin neuer Käufer erfcheint, 
eine Frau mit einem Kinde auf dem Arm, vder genauer auf
	        
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