Full text: (10. Jahrgang)

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auch die Boten, die Heil verfündigen. Und nun ift in Korea 
ein Fragen nach Gottes Wort ausgebrochen, wie e3 die Mij- 
HonsSgefchidhte bisher noch nicht kennt und die Zauberer und 
Wahrfager, unter deren Einfluß daz Land jtand, werden zu 
Zeugen des Lebens aus dem Tode Iefu. Da ift 3. B. der 
Son. Cr ift reich, denn er ift ein tüchtiger Zauberer: „Sib 
mir Geld, fonft bift du nach 4 Tagen eine Leiche“, fo pflegte 
er Leute anzureden, „Denn die Geiftermächte Haben Unglück 
über dein Haus befchloffen und ich allein kann dieh retten!“ 
Und die Leute gaben ihm, wie viel er wollte, und er legte 
Kupfermünze auf Kupfermünze. Da hört er eine rediagt auf 
dem Markt in Sandadare. OD weh! fein Gewijfen erwacht. Er 
mil e8 totfchlagen, Drei Wochen währt der Streit, da ver: 
örennt er feine Zaubergeräte und wandert zurück nach Sanda- 
dare, aber die Prediger find nicht mehr da. Sr wurde über 
die Berge gewiejen, wo Chriften wohnten, er ging und fand 
die Prediger und tranf Wajfjfjer des Lebens. Er wanderte 
100 Kilometer weit nach Taiku und genoß einen längeren Bi- 
belunterricht. Dann geht er zurüc in fein Heimatdorf und 
fängt unter Spott und Hohn an, feinen Dorfgenoffen zu Pre- 
digen. Mit feinem Enfelfohn baut er den Garten zum Le- 
bensunterhalt und über fein Haus, das er vergrößert hat, fest 
er die UÜeberfchrift: „Chrijtlidhes VBerfammlungshaus.“ 
Sonntag für Sonntag werden die Leute zum SGottesdienit ein- 
geladen und die Liebe trägt den Sieg davon: bald kamen ei- 
nige, dann mehr. Dem Son brennt aber das Herz, er möchte 
gerne die Botfchaft, die ihm fo Großes gebracht, auch recht 
weit verbreiten. Hätte er nur Geld gehabt um Schriften fau- 
fen zu fönnen! Er hat eine koreanifche Flugfchrift, wenn er 
die nur verbielfältigen fönnte! Sr Mebt fie auf ein Stüc har- 
tes Holz und arbeitet mit feinem Federmefjjer die Räume 
zwifchen den Buchftaben fo heraus, daß die Schrift Mar und 
deutlich zu fehen ijft. Mit Turche gefchwärzt, gab diefe Platte 
biele Abdrucke auf Rindenpapier! Gott jeanete die Liebes- 
mühe und heute befteht in dem Dorf eine blühende Gemeinde. 
Da ijft Whang Pum Om, Als er drei Jahre alt war, be: 
fam er die Pocden und verlor dadurch daz Augenlicht. Zehn 
Sahre alt wurde er Vollwaije, denn die Cholera raubte ihm 
beide Eltern in wenig Tagen. Ein Onkel ließ ihn das 
Zauberer-Handwerk lernen. Er konnte Kranke gefund ma- 
Den, fonnte verlorene Sachen entdecken, er konnte Reifen zu 
glüdlidghen machen und neue Häufer vor böfen Geiftern fchüt-
	        
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