Full text: (10. Jahrgang)

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de als am 6. September 1896 der Erftling auf der neuen Sta- 
tion getauft wurde. Da wurde daZ GHeimmweh zu ftarfk, er 
verlieh die reiche Brotftelle und wieder lernte er Gottes Wort 
und arbeitete für ESfjen und ein Stück Zeug und wehrte fich 
tapfer gegen die heidnifchen Gebräuche, zu weldhen feine Ver- 
wandten ihn nötigten, Auf einmal i{jt’3 wieder aus und er 
dient mieder den Weißen um Hohen Lohn. AWber da wird 
er eines Diebftahls befchuldigt, 3 Monate liegt er in Ketten 
und muß hernach, um einige Schulden zu tilgen, bei einem 
Ichimarzen, heidnifchen Soldaten in rauhen Dienfit treten, mit 
färaglidher Nahrung, viel Schlägen, unflätigem Schimbfen, 
Entfliehen half ja nichts, fie würden ihn doch bald wieder 
eingefangen haben. Auf einer Reife trifft ihn Miffionar 
Sleiß fait in Verzweiflung; er kauft ihn Io3 und läßt 
ihn gehen, obaleid er ihn gerne behalten hätte. Man fann 
folche Jungen3 fo lieb gewinnen, al3 mären e3 die eigenen 
Kinder. Miiita ging glüctrahlend zu feiner Mutter, diente 
bald hier, bald dort, auch mal auf der Station, konnte viel 
erzählen, war überall mohl gelitten und genoß fein Leben. 
Waren alle Gebete feinetmegen auf die Erde gefallen? Doch 
nicht. m März will er wieder „lernen“; feine Mutter fcHilt 
ihn, er aber bleibt dabei. Die 5 Mark Geld, die er noch hat, 
atbt er feiner Mutter und bittet mieder auf der Station um 
Unterricht. Heiden lügen ohne Scheu. Auch dem Miika läuft 
bin und her das alte Lügenherz über, aber er findet fich felbft 
immer nicht mieder, bis er e3 geftanden, Gottes Wort arbeitet 
in im. Cine aroße Not bei den Heiden ijft auchH der trobige 
Sähzorn und Mfika hat viel Not damit, dann Läuft er fort; 
er fann zwar Gottes Wort nicht laffen, aber er will nicht mit 
den andern AÄnaben zujammen wohnen, Da agibt’3 Harte 
Kämpfe, fein Innerftes bäumt fich, vergeben will er nicht, 
aber Gottes Wort hat fjhon Macht über ihn, er wird oft 
Herr feineS Zankgeiftes. Er muß nun Maurerlehrling fpie- 
fen. Sm September fommt Miljfionar Lang Heinrich von 
Deutfchland zurüc, Trog feiner Fußwunde mußte Miika ihm 
entgegenreifjen, er liebte ihn fo.‘ Die Wunde verfhlimmerte 
fich, Mijfionar Gleiß mußte fie ihm ausbrennen. Der Schmerz 
it aroß, der Zroß noch größer, fort i{t er und in Wuga er- 
zählt er, {fo hätten die Miffionare ihn gemifhandelt! Ale 
Wildheit bricht in ihm wieder hervor. Er ift Wochen hin- 
durch der alte Mifika. Nun fendet ihHm der Mijfionar einen 
rief, der fällt in die Hände deZz Häubtlinas und der fchickt
	        
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