Full text: (10. Jahrgang)

140 — 
het3Z darauf und reibt Saffran darüber. Damit ift das Abhc- 
buch fertig. Darauf macht er noch einen oder zwei Gögen 
zum Anbeten zurecht. Hierzu nimmt er etwas. KuhHdünger, 
macht daraus eine Form wie ein Si, fteckt etwazZ Heilige3 
Sra3 hinein, und fegt diefeS Gebilde auf einem Ziegelftein 
an die Wand. Das ijft nun der Gott, deffen Hilfe angerufen 
mird! Bor diefem elenden Gögen wird etwmaz Kambfjer und 
Weihrauch angezündet, und ein Opfer von Kokosnüffen, 
Plantanen und deraleichen gebracht und alle, melde zugegen 
find, beten den Gögen mit zujammengelegten Händen an. 
Der neue Schliler aber muß fih vor dem Sögen auf den Yo- 
den werfen, worauf er die erfte Lektion vom Lehrer empfängt. 
Sit diefe zu Ende, fo muß fih der Knabe vor dem Lehrer zu 
Boden werfen und demfelben ein Sefchenk von Kleidern, 
Seld und andern Dingen machen. Nachdem ihm diefjfer fei- 
nen Segen erteilt hat, muß er fchließlih auch noch vor fei- 
nem Vater und allen anwefjenden älteren Leuten niederfal- 
len, weiche ihm guten Crfolg zum Lernen münfdhen. Zum 
Schluß merden (narkotifche) Betelblätter und Sandeltwajfer 
herumgereicht, erftere zum KXauen, da3Z lebtere, um fich Hände, 
Arme, Bruft und Geficht damit einzureiben. Zur Feier Des 
Tages erhalten die Schüler {Hulfrei und empfangen einige 
Süßigfeiten, worauf fie den neuen Mitichlüler fingend nach 
Haufe bealeiten. So oft der Knabe ein neues Buch beginnt, 
miederholt fichH diefe Feierlichkeit, nur find die AugSgaben da- 
bei weit geringer. 
Mir kommen nun zur Befchreibung des Verlaufes eines 
Schultags. Die Schüler müffen fehr früh am Morgen in 
der Schule erfcheinen, manche kommen fhon vor Sonnenauf- 
gang. Und wißt ihr warum? Ie fpäter ein Anabe kommt, 
dejto mehr Hiebe erhält er fpäter. Das geht fo zu: Der 
Schuloberfte muß alle in der Ordnung, in welcher fie zur 
Schule fommen, auffchreiben und diefe Lijte dem Lehrer, wel- 
her nach Sonnenaufgang erfcheint, übergeben. Inzwijchen 
feßen die Schüler fich in zwei Reihen gegenüber, unter Auf- 
licht des Eriien und lernen mit lauter Stimme ihre Aufgaben. 
Wenn der Lehrer erjcheint, fommen die Schüler einzeln zu 
ihm heran und befchenfen ihn mit Betelblättern und Nüffen 
für feinen täglidhen Bedarf zum Kauen, Dann fibGt der Leh- 
cer ruhig in der Schule und {cOhlägt Höcdhftenz dann und wann 
einen Anaben, welcher nicht Laut genug fhreit, Späterhin 
[chict er alle zum Teich oder Fluß, um fich zu baden und den
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.