Full text: (9. Jahrgang)

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ihn die Sache gefiel, auch ihre Gebete in ihren Berfammlungen, 
er befam doch keine Antwort, denn da jtand zwifchen dem gro> 
Ben Heiligen Gott die. ungefühnte Schuld. Sr kam zu einer 
andern Relkigionsgemeinfchaft, welde den. alten Hinduismus 
in feiner uriprüngliden Geitalt, ohne alle {pätere Berderbnis 
lehrt und Iebt und nur die Veden als Offenbarungsauelle 
aller Rekigionswahrheit anerkennt. Man nennt diejfe Sekte 
Aryafamadfch. Tief in die Nacht hinein jaß Nityananda über 
den BVeden und vergaß Efjfen und Trinken; e$ galt ja Gott zu 
finden, Er wanderte nad Nagpur, wo der größte Lehrer der 
VBeden, Herr Rama Xidandra Smwamt, fi aufdielt. Sr {tu 
dierte Hei ihm 3 lange Jahre. Nun war er einundzwanzig 
Jahre alt und durh dies Studium ein hervorragender Ge- 
fehrter, der in Benares fajt angebetet wurde. AWber was war 
ihm alle Ehre? Seine Seele mar dabei immer mehr wund ge- 
worden. War e8 denn nicht alles Täufhung, alles Betrug, 
alles Widerfprudh? Eines Tages hat er feinen Zopf abge- 
IOmitten, feine Heilige Code, die von jener feierkidhen Bradh- 
manenwmweihe her fein ShHermejfer berührt batte; feine Brah- 
mancnfOnur hat er zerriffen, damit feine ganze Bergangen: 
heit durdfOnitten, feine Kafte verloren, er mar von feinem 
Volk getrennt. Deffentlidh eiferte der gelehrte Mann gegen 
die Priefjterreligion feiner Väter, und Hffentlich bekannte er 
das ganze Lügengewebe des Hinduismus. Wer kannte ihn fo, 
mie er. Man erklärte ihn für befeffen, verrückt, von Gott ver- 
lalfen. Sie fluchten ihm, fie mieden ihn, jedermann wandte 
ih von ihm ab, feine Verwandten kannten ibn nicht mehr. 
Gab e8 einen Gott? 
Merkmürdig! Noch nie war er mit dem Chriftentum zu- 
fammengetroffen. Wer rechnet in diejfen Kreifen auch mit dem 
Chrijtentum der Religion für PariahHs und Dombos; glaubi 
auch einer der Oberiten an Fefs Chriftus? Zerfhlagen und 
müde und verbittert wandert er eines Abends durch die Stadt, 
Er fommt an ein helerkeudhtetes Gebände; eden find die Gloden 
veritummt; nan Hört er daraus fo Junderbar fremden Gefjfanng 
zu nie gehörter Mufik. Er trat ein, denn alle Türen ftanden 
ja offen. Da vorne ftand ein Baum mit vielen Litern. Es 
war eine OHriftlide Kirde mitten in der HSIODUTg des Feindes; 
die Gemeinde feiert Heiligen Abend, und die vielen TeucH- 
tenden IOmwarzen Augen fefjeln Nityananda, er Kann fih nicht 
fatt jehen und Jatt Hören, immer wieder Mingt es dur {fein 
Herz: Welt war verloren, Chrift ijft geboren, freute dich, freute
	        
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