Full text: (9. Jahrgang)

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auch dort. Nın muß er nach Puri in unjernt Orifialand vder, 
wie mir e8 nennen, Cuttack, Ach, das iit eine Lange Reife von 
Kathiamar nach Cuttack. . Aber genügt nicht jhon ein Blid auf 
den Gott Jagganath um Erlöfung zu finden? “Sa, fo Jagen die 
Prieiter, aber er traf es fhlecht. Cr bekam den Gott ohne Ar- 
me und Beine nicht zu fehen. SS erhöht den Reis, daß fo. niele 
Pilger umfonit nad Purt reifen und nit die auf dem Wege 
Umgefommenen adten und die Gefahr, die Cholera mit nach 
Hauje zu ringen, vieleicht {elbft unterwegs zu unterliegen 
und die Heimat, die Fiebe Heimat niemals wieder zu jehen. Er 
jah die hohen Tempelmanern und die gewaltigen Pagodatlirme. 
Er wandert umher in den Hallen und fieht die Pilger 1 mwatz 
zend in den Leihen baden, aber die Tdir zum Alerheiligiten, 
hinter der Fagganath, der HETT der Welt, im Dunkeln, von Je: 
dermäufen umfkreift, martet, daß er auf dem großen Gögenmwa- 
gen, der draußen vor dem Kor, auf der Straße. jteht, umherge= 
fahren. werden fol, öffnet fih nicht. Traurig zieht er von Danz 
nen. Das waren fhwere Fahre. Flinfmal Hatten die Land: 
Teute gefät und geerntet feit er ausgezogen, NUN fan er heim 
nad Calcutta, ein armer Mann. Finfter war €S in feiner 
Seele... Berbittert Jinkt er auf der Stufe des Tempels feiner 
Heimat nieder. Wiffen jeine Priejter denn keinen Rat? Oe- 
wi. it da nidht ganz unten NN Siden die Iniel Ramefdhwas 
ram? Wird da nicht der große glitige Gott Ram verehrt? Hin 
zu ihm, Bruder! 1600 Kilometer find ja Feine KMeinigfkeit, 
wenn dır zu Fuß geben follit. 4000 Kilometer hatte er fchon ge= 
wandert, feine Fußiodlen find mit Horn bedeckt, und €S$ war 
immer eine jolde Not, die eingetretenen Stacheln zu entfer- 
nen. Er pilgert nad Ramejhmarant. Jm Ramtennpel Tiegt er 
auf dem Angeficht, merkt er nit, Daß die Sonne im Mittag 
itebt? — ©&8 ijt dunkel geworden, dibver den Weitghats ft fie un- 
tergegangen, der Guru Liegt noch auf dem Angefidht, eS ijt feine 
leßte Zuflucht — es iit ja fo dunkel in feiner Seele, da wird er 
aufgerüttelt: „Geh, Bruder, ih muß das Zor IOlieBen,“ fagt 
der Brahmane, der des Rama Türhüter ijt. Er wankt hinaus 
in die Nacht! Hüter, wann ift fie dahin? 
Wohin fol er fid wenden? ES ijt einerlei. Er findet ja 
doch keine Ruhe. Sines Abends figt er nüde an einem Brun- 
nenrand. Da fommt ein Mann Wajjer zu Holen — es {ft ein 
Madiga, ein Lederarbeiter, von ganz geringer Kafte alfD, aber 
er ift ein Chrift. In gebührender Sntfernung bleibt er vor 
dem Wanderer {tehen, macht feinen Salam, und weil der Frem-
	        
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